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Eine koronare Herzkrankheit bedeutet nicht nur für Betroffene, sondern auch für deren pflegende Angehörige eine Herausforderung. Viele Fragen stellen sich: Wie belastbar ist mein Familienmitglied? Was muss ich im Pflegealltag beachten? Wie verhalte ich mich im Notfall? Die gute Nachricht: Viele Menschen leben mit einer koronaren Herzkrankheit über Jahre hinweg aktiv, selbstbestimmt und mit einer hohen Lebensqualität. Wer einige wichtige Hinweise beachtet, braucht deshalb nicht in ständiger Sorge leben. Unser Beitrag zeigt, worauf es bei der Pflege von Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung ankommt.
Von einer koronaren Herzkrankheit (KHK) spricht man, wenn die Herzkranzgefäße – auch Koronararterien genannt – aufgrund von Ablagerungen verengt sind. Durch die Verengung wird der Blutfluss zur Versorgung des Herzmuskels eingeschränkt und das Herz in der Folge nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Die koronare Herzkrankheit zählt zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland. Laut Schätzungen sind etwa 5,5 Millionen Menschen betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an einer KHK zu erkranken. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris und Herzinfarkt stehen in engem Zusammenhang, bezeichnen jedoch unterschiedliche Erkrankungen.


Mit einem Herzinfarkt verbinden viele Menschen Symptome wie ein Engegefühl in der Brust, Atemnot oder Kaltschweißigkeit. Tatsächlich wurde damit im Lauf der Jahre aber vor allem der typische Herzinfarkt bei Männern beschrieben, während wichtige Anzeichen der Erkrankung bei Frauen oft nur wenig berücksichtigt wurden. Auch die besonderen Symptome älterer Menschen finden bislang noch zu wenig Beachtung.
Interessant erscheint in diesem Zusammenhang die Worcester Heart Attack Study, eine groß angelegte Langzeitstudie aus den USA. Sie zeigt, dass die oft erwähnten Brustschmerzen mit zunehmendem Alter deutlich seltener werden: Nur bei 45 % der Herzinfarkte von Menschen über 85 Jahren konnte das Phänomen beobachtet werden, während es bei jüngeren Betroffenen mit rund 83 % als das häufigste Warnzeichen gilt. Stattdessen stehen bei älteren Menschen häufig Atemnot, Schwindel, Verwirrtheit oder eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands im Vordergrund – Beschwerden, die pflegende Angehörige also unbedingt kennen sollten.
Die Symptome der koronaren Herzkrankheit können von Mensch zu Mensch verschieden sein. Es gibt jedoch einige typische Symptome, die sich vor allem bei körperlicher Anstrengung zeigen:
In den meisten Fällen entwickelt sich die koronare Herzkrankheit (KHK) langsam über Jahre hinweg. Die Herzkranzgefäße verengen sich kontinuierlich durch Ablagerungen (im Volksmund auch als Verkalkungen bezeichnet) und büßen dabei an Elastizität ein. Aufgrund des schleichenden Verlaufs nehmen viele ältere Menschen die ersten Anzeichen der Erkrankung nicht ernst oder führen diese eher auf ihr hohes Alter und die nachlassende körperliche Fitness zurück. Die eigentliche Erkrankung wird daher meist erst beim Auftreten der ersten typischen Symptome diagnostiziert.

Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust lösen nicht nur bei Betroffenen, sondern auch bei deren Angehörigen Unsicherheit aus. Doch es ist wichtig, Ruhe zu bewahren. Nicht jedes Druckgefühl bedeutet sofort einen Herzinfarkt. Viele Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit kennen solche Beschwerden bereits und wissen nach ärztlicher Absprache, wie sie sich in der Situation verhalten sollten.
Treten die Beschwerden jedoch erstmals auf, sind sie deutlich stärker als gewohnt, halten sie länger an oder bessern sie sich trotz Ruhe oder verordneter Notfallmedikamente nicht, sollte sofort der Notruf gewählt werden.
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte die betroffene Person nicht allein gelassen werden. Eine ruhige Umgebung, eine bequeme, leicht aufrechte Sitzposition und das Lockern enger Kleidung können helfen, die Atmung zu erleichtern. Zudem ist es wichtig, die Ängste der betroffenen Person ernst zu nehmen und sie emotional zu unterstützen.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine koronare Herzkrankheit deutlich an. So gelten Männer bereits ab 45 Jahren, Frauen ab etwa 55 Jahren als stärker gefährdet. Die Gründe sind dabei vielfältig:

Erste Anlaufstelle bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Hausarztpraxis, in der grundlegende Untersuchungen durchgeführt und bei Bedarf eine Überweisung in die Kardiologie veranlasst werden kann. Welche Diagnostik im Einzelfall sinnvoll erscheint, hängt unter anderem von der Schwere der Symptome, dem Lebensalter und möglichen Vorerkrankungen ab.
Wer einen Menschen mit koronarer Herzkrankheit zu Hause begleitet, muss kein medizinisches Fachwissen mitbringen. Es hilft jedoch, einige Aspekte in der Pflegeroutine besonders im Blick zu behalten.
Beobachtung der Vitalparameter: Der Blick auf Vitalwerte wie Puls, Blutdruck oder die Atmung kann helfen, ein Gespür dafür zu entwickeln, welche Belastungsreaktionen für Betroffene „normal“ sind und gezielter auf entsprechende Veränderungen zu achten. Eine Dokumentation kann hilfreich sein, ist aber kein Muss. Gute Hilfsmittel sind der Blutdruckpass der Deutschen Herzstiftung oder Apps wie die von der Deutschen Hochdruckliga zertifizierte Anwendung Blutdruckdaten.

Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung zählt zu den wichtigsten Faktoren zur Vorbeugung einer koronaren Herzkrankheit, da er die Risiken für Gefäßverkalkungen und Durchblutungsstörungen erheblich senken kann. Besteht bereits eine KHK, kann eine gesundheitsbewusste Alltagsroutine helfen, Beschwerden zu lindern, Verschlechterungen vorzubeugen und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Wer ein pflegebedürftiges Familienmitglied begleitet, mutet sich viel – manchmal auch zu viel – zu. Denn Stress, fehlende Erholungsphasen und Schlafmangel können die eigene Herzgesundheit erheblich belasten. So fanden Forschende des University College London heraus, dass insbesondere pflegende Angehörige mit bereits bestehenden körperlichen oder psychischen Belastungen ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten aufweisen. Umso wichtiger ist es, die eigene Gesundheit als Pflegeperson nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn nur wer gut für sich selbst sorgt, kann langfristig Kraft für andere haben. 10 Anregungen zur Selbstsorge für pflegende Angehörige haben wir in unserem Ratgeber für Sie zusammengestellt.