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Ratgeber

7 „Appetitanreger“ für eine ausgewogene Ernährung im Alter

Im Alter lässt der Appetit nach. Nicht umsonst haben sich „Seniorenportionen“ fest in unserem Sprachgebrauch und den Speisekarten vieler Restaurants etabliert. Ein geringerer Appetit im Alter ist also nicht ungewöhnlich. Wandelt sich reduzierter Appetit allerdings in eine starke Appetitlosigkeit, kann dies auch ein Symptom für mögliche Krankheiten sein und im schlimmsten Fall schwere Folgen wie eine Unter- oder Mangelernährung nach sich ziehen. Der nachfolgende Beitrag soll Pflegepersonen daher grundlegende Informationen und konkrete Anregungen bieten, um die Ernährung im Alter auch bei nachlassendem Appetit für alle Beteiligten positiv zu gestalten.

Im Alter lässt der Appetit nach. Nicht umsonst haben sich „Seniorenportionen“ fest in unserem Sprachgebrauch und den Speisekarten vieler Restaurants etabliert. Ein geringerer Appetit im Alter ist also nicht ungewöhnlich. Wandelt sich reduzierter Appetit allerdings in eine starke Appetitlosigkeit, kann dies auch ein Symptom für mögliche Krankheiten sein und im schlimmsten Fall schwere Folgen wie eine Unter- oder Mangelernährung nach sich ziehen. Der nachfolgende Beitrag soll Pflegepersonen daher grundlegende Informationen und konkrete Anregungen bieten, um die Ernährung im Alter auch bei nachlassendem Appetit für alle Beteiligten positiv zu gestalten. 

Appetitlosigkeit im Alter – Ursachen und Folgen 

Mit dem Alter sinkt der Grund- und Leistungsumsatz an Energie. Daher benötigen ältere Menschen weniger Nahrung als junge. Die Folge: Der Appetit lässt nach. Zugleich steigt im Alter jedoch auch der Bedarf an verschiedenen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Die Ernährung im Alter sollte daher speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sein. Geschieht dies nicht, kann dies zu vielfältigen Folgen führen.   
Schließlich steigt im Alter auch die Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten, die ihrerseits wiederrum zu vielfältigen Problemen und Folgen für die Nahrungsaufnahme führen können:

  • Allgemeine Veränderungen im Stoffwechsel: Mit dem Alter verändert sich der Stoffwechsel. Die Übertragung bestimmter Körpersignale verschlechtert sich. Das Hunger- oder Durstgefühl tritt daher häufig erst verzögert ein. Auch die Herstellung von Enzymen und Verdauungssäften wird reduziert. Viele ältere Menschen haben daher nicht nur weniger Appetit, sondern auch häufig Probleme mit der Verdauung.

  • Verminderte Flüssigkeitszufuhr: Ältere Menschen verspüren nicht nur weniger Appetit, sondern auch weniger Durst. Zudem vergessen viele Seniorinnen und Senioren ausreichend zu trinken, oder aber sie reduzieren eigenständig die Flüssigkeitsmenge, um nächtlichem Harndrang vorzubeugen. Die Folge: Ein unausgewogener Flüssigkeitshaushalt, der zu Problemen, wie Konzentrationsschwäche, Verstopfungen, aber auch Kreislauf- und Nierenproblemen führen kann.

  • Demenz: Leiden ältere Menschen an neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz, werden Essen und Trinken zur besonderen Belastung. So verlernen die Betroffenen, auf ihr Hunger- und Durstgefühl zu hören oder aber sie bemerken dieses zwar, können jedoch nicht mehr adäquat darauf reagieren. Erhalten Betroffene keine Unterstützung, kann dies zu einer massiven Unterversorgung führen, die die entsprechenden Krankheitssymptome wiederum deutlich verstärken kann.

  • Psychische Erkrankungen: „Das geht mir an die Nieren.“ – „Mir wird ganz flau im Magen.“ – „Dir ist wohl eine Laus über die Leber gelaufen.“  – Sprichwörter, die allesamt verdeutlichen, wie stark sich Emotionen und Gefühle auf das Essverhalten auswirken können. Im Alter können so auch Sorgen oder ein Gefühl der Einsamkeit zu weniger Appetit führen. Ebenso wirken sich auch psychische Erkrankungen wie Depressionen negativ auf das Essverhalten der Betroffenen aus. 

  • Allergien und Unverträglichkeiten: Leider schützt ein hohes Lebensalter nicht vor Allergien, im Gegenteil. So tritt die Laktose-Intoleranz, also eine Störung bei der Verwertung von Milchzucker, die sich vor allem in Krämpfen, Blähungen und Durchfall zeigt, gerade im Alter besonders häufig auf. 

  • Beschwerden und Erkrankungen im Magen-Darmbereich: Wer schon einmal unter Magenschmerzen gelitten hat, weiß, wie wenig Freude die Nahrungsaufnahme in dieser Situation bereitet. Leiden ältere Menschen an einer Erkrankung im Magen- und Darmbereich, so scheint es kaum verwunderlich, dass dies auch eine starke Appetitlosigkeit zur Folge hat. Ebenso bringt auch eine Vielzahl weiterer organischer Erkrankungen, wie Leberzirrhosen oder Tumorerkrankungen negative Folgen für das Essverhalten der Betroffenen mit sich. 

Die Vielzahl an möglichen Ursachen für krankheitsbedingte Essstörungen zeigt die Wichtigkeit einer regelmäßigen ärztlichen Vorsorge im höheren Lebensalter. Sie macht zudem deutlich, dass Pflegepersonen bei anhaltender Appetitlosigkeit ihrer pflegebedürftigen Angehörigen sehr zeitnah ärztlichen Rat suchen sollten.  

Ernährung im Alter – Mit diesen 8 Tipps werden Mahlzeiten zum Genuss 

Appetitlosigkeit im Alter ist nicht nur für viele Betroffene ein Problem, sondern auch für deren Angehörige. So sorgen sich viele Pflegepersonen um die Gesundheit der Pflegebedürftigen und machen sich dabei häufig Druck mit der Frage, wie sie den Appetit der Betroffenen stärker anregen können. Doch Essen sollte nicht nur sättigen, es sollte auch Freude bereiten. Acht Anregungen zeigen daher, wie eine als positiv erlebte Ernährung im Alter gelingen kann.  

 

1. Beachten Sie die Wünsche der Pflegebedürftigen! 

Wer isst schon gerne eine Mahlzeit, die er eigentlich nicht essen möchte? Wann immer möglich, sollten Pflegepersonen sich bei der Zubereitung der Mahlzeiten daher an den Wünschen der Pflegebedürftigen orientieren, auch wenn diese sehr wechselhaft sein können. Da es älteren Menschen mitunter sehr schwerfallen kann, eigene Wünsche und Ideen zu formulieren, können konkrete Essensvorschläge eine gute Hilfe für eine als positiv erlebte Ernährung im Alter sein. Selbstverständlich sollten dabei auch die Lieblingsgerichte der Pflegebedürftigen einen festen Platz im „Küchenplan“ finden. 

2. Gestalten Sie Mahlzeiten abwechslungsreich und ansprechend! 

„Das Auge isst mit.“, sagt ein Sprichwort und beschreibt damit gerade die Ernährung im Alter äußerst treffend. Denn auch wenn Appetit und Geschmackserleben nachlassen, kann eine schön angerichtete, duftende Mahlzeit allein durch ihren Anblick und ihren Geruch die Freude am Essen und damit letztlich auch den Appetit der Betroffenen wecken. 

3. Planen Sie kleine Mahlzeiten! 

Da ältere Menschen keine großen Portionen mehr essen können, sollte ihnen kleinere Mahlzeiten angeboten werden. Sehen Sie daher von den drei „großen“ Hauptmahlzeiten Frühstück, Mittagessen und Abendessen ab und gestalten Sie stattdessen fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten (z. B. Frühstück, Morgenkaffee mit Gebäck, Mittagessen, Mittagskaffee, Abendessen, Abendsnack). Allerdings sollten auch kleinere Mahlzeiten einem festen Tagesplan folgen, um Seniorinnen und Senioren eine haltgebende Tagesstruktur zu ermöglichen. 

4. Setzen Sie auf Appetitanreger! 

Einige Lebensmittel gelten als echte „Appetizer“. So sind grüne Blattgemüse, Traubenzucker oder Fruchtsäfte ebenso für ihre appetitanregende Wirkung bekannt, wie bestimmte Kräuter, darunter z. B. Petersilie, Lorbeer oder Majoran. Auch Zucker, Salz und Kardamom gelten als appetitanregend, wenngleich diese nur sehr sparsam für die Ernährung im Alter eingesetzt werden sollten.  

5. Arbeiten Sie mit Snacks! 

Superfoods, wie Nüsse, Kerne und Samen sind nicht nur gesund, nährstoffreich und verdauungsfördernd, ihnen wird auch eine appetitanregende Wirkung nachgesagt.  
Sie eignen sich hervorragend, um auch zwischen den Mahlzeiten für einen extra Energieschub und eine ausgewogene Ernährung im Alter zu sorgen.  

6. Machen Sie das Trinken zum Genuss! 

Immer nur Wasser und Tee kann schnell eintönig werden. Daher sollte auch bei der Darreichung von Getränken ein Mindestmaß an Abwechslung und Kreativität nicht fehlen. So kann ein schlichter Tee mit etwas Gebäck zu einem kleinen Genussmoment werden. Ein schön gestalteter Fruchtsaftcocktail weckt die Lebensgeister. Auch ein kleines Bier oder ein alkoholfreier Sekt an Feiertagen kann eine festliche Abwechslung bieten. 

7. Kochen und essen Sie gemeinsam! 

In Gemeinschaft schmeckt es bekanntlich am besten. Versuchen Sie daher, wann immer möglich, ältere Menschen in die Vorbereitung der Mahlzeiten einzubinden. Vielleicht können Sie dabei auch von den Rezepten und Gewohnheiten der Seniorinnen und Senioren lernen. Nehmen Sie Mahlzeiten zudem möglichst oft gemeinsam ein. 
So sagen Sie nicht nur der Appetitlosigkeit den Kampf an, Sie sorgen auch für ein schönes Erlebnis im Alltag Ihrer Angehörigen.  

8. Pürieren Sie Mahlzeiten – aber bitte richtig! 

Wird das Kauen zur Herausforderung, kann es notwendig werden, Mahlzeiten als pürierte Kost zuzubereiten. Diese hat jedoch nichts mit einem „Einheitsbrei“ zu tun, vor dem sich viele Menschen bereits in jungen Jahren fürchten. Mit etwas Geschick kann auch püriertes Essen äußerst vielseitig gestaltet werden und so eine ebenso ansprechende wie ausgewogene Ernährung im Alter ermöglichen.  
In jedem Fall sollten die einzelnen Speisen eines Gerichts dabei immer getrennt voneinander püriert und mit etwas Kreativität als liebesvolle Mahlzeit auf dem Teller angerichtet werden. 
Die Internetplattform „Lecker ohne“ hält dazu einige hilfreiche Anregungen bereit. 

24h Pflege zu Hause – situationsgerechte Unterstützung für die Ernährung im Alter 

Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten, das Vorbereiten von Snacks, gemeinsam Kochen und Essen – Nicht immer können Pflegepersonen diesen Aufwand leisten, um eine bestmögliche Ernährung im Alter für ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu ermöglichen. 
Daher kann gerade die 24 h Pflege zu Hause eine gute Unterstützungsmöglichkeit bieten. So kann sich die Pflegekraft durch den beständigen Kontakt zur pflegebedürftigen Person gut auf deren Essenswünsche und Ernährungsbedürfnisse einstellen und so eine situationsgerechte, bedürfnisnahe Ernährung im Alter ermöglichen. Das gemeinsame Kochen kann dabei ebenso zum Teil des Pflegealltags werden, wie die gemeinsamen Mahlzeiten mit dem*r Pflegebedürftigen oder der gesamten Familie.