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Dehydrierung im Alter ist eine unterschätzte und stille Gefahr. Denn viele ältere Menschen haben kein normales Durstgefühl. Sie vergessen es daher schlichtweg, regelmäßig zu trinken – mit ernsten gesundheitlichen Folgen. Für pflegende Angehörige ist es daher wichtig, die Warnzeichen einer Dehydrierung zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Getreu dem Motto „Vorsorge ist besser als Nachsorge“ spielt auch die Prävention vor einem Flüssigkeitsmangel im Pflegealltag eine wichtige Rolle.
Von einer Dehydrierung ist in Fachkreisen immer dann die Rede, wenn der Körper in einem bestimmten Zeitraum mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt. Der Flüssigkeitsmangel kann dabei sowohl das Blutplasma als auch die Flüssigkeit im Gewebe außerhalb der Zellen betreffen. Durch den Flüssigkeitsverlust kann das Blutvolumen sinken, wodurch die Durchblutung der Organe beeinträchtigt wird. Schreitet die Dehydrierung weiter fort, ist eine Exsikkose, also eine Austrocknung des gesamten Körpers, eine mögliche Folge.

Auch wenn sich die Symptome stark ähneln, sind die Ursachen einer Dehydrierung durchaus verschieden:
Natrium ist als Elektrolyt ein lebenswichtiger Bestandteil für das Blut und die Zellflüssigkeit. Der Körper überwacht daher kontinuierlich die Natriumkonzentration und das Blutvolumen und passt beides bei Bedarf durch körpereigene Mechanismen an. Sind Blutvolumgen und Natriumspiegel zu niedrig, sorgen Hormone wie Aldosteron und das antidiuretische Hormon dafür, dass die Nieren Wasser und Natrium zurückhalten. Bei einem Überschuss wird hingegen beides vermehrt über den Urin ausgeschieden, um das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.
Neben der Differenzierung der Ursachen lassen sich verschiedene Schweregrade einer Dehydrierung unterscheiden:
Gemäß einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Menschen ab 65 Jahren ungefähr 2,25 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich zu nehmen. Im Idealfall werden dabei 1,3 bis 1,5 Liter Flüssigkeit durch Getränke aufgenommen und die restliche Flüssigkeitsmenge über die Nahrung. Der Flüssigkeitsbedarf älterer Menschen unterscheidet sich damit in der Regel nicht von dem jüngerer Menschen.
Die Symptome einer Dehydrierung treten in der Regel schleichend auf, verstärken sich aber schnell, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Um gesundheitliche Risiken vorzubeugen, ist es deshalb wichtig, typische Symptome frühestmöglich zu erkennen:


Ältere Menschen sind deutlich anfälliger für eine Dehydrierung als jüngere Menschen, da sich mit dem höheren Lebensalter verschiedene Risikofaktoren einstellen, die die Flüssigkeitsaufnahme und -regulation erschweren.

Auch wenn ein Flüssigkeitsmangel ein vergleichsweise häufiges Phänomen im Alter ist, sollten das Risiko einer Dehydrierung keinesfalls unterschätzt werden.

Wenn Sie bei Ihrem Familienmitglied Anzeichen einer Dehydrierung bemerken, sollten Sie ruhig bleiben und gezielt handeln. Steigern Sie die Flüssigkeitszufuhr langsam, aber stetig – etwa durch kleine, regelmäßige Schlucke von Wasser, Tee oder verdünntem Saft. Plötzliche große Mengen sind dagegen kontraproduktiv, da sie den Kreislauf zusätzlich belasten oder zu Übelkeit führen. Bieten Sie Getränke mit Strohhalm, Schnabeltasse oder Lieblingsbecher an und achten Sie auf eine angenehme Trinktemperatur.
Bei den Anzeichen einer mäßigen bis starken Dehydrierung sollten Sie immer ärztliche Rat einholen. Akuter Handlungsbedarf besteht, sobald sie eine Bewusstseinsveränderung oder eine plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei Ihrem Familienmitglied wahrnehmen. Dringend reagieren sollten Sie auch, wenn Ihr Familienmitglied das Trinken länger als einen Tag verweigert, da es dann notwendig werden kann, den Flüssigkeitshaushalt medizinisch zu regulieren. Ebenso ist auch bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen schnelles Handeln gefragt, da diese ihre Beschwerden meist nicht selbst äußern können, und eine Dehydrierung so über längere Zeit schleichend verlaufen kann.
So bedrohlich eine Dehydrierung ist, so gut kann dieser im Pflegealltag begegnet werden. Denn mit der entsprechenden Wachsamkeit und den passenden präventiven Maßnahmen lassen sich die weitreichenden Symptome einer Dehydration meist gut vermeiden.

