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Pflegende Angehörige investieren viel Herzblut, Zeit und Energie, um pflegebedürftige Familienmitglieder bestmöglich zu unterstützen. Dabei nehmen sie auch große körperliche und geistige Strapazen auf sich und das mit enormem Zeitaufwand – Tag für Tag.
Denn Pflege ist nicht minutiös planbar. Sie nimmt auf körperliche Erschöpfung ebenso wenig Rücksicht wie auf die Wünsche und Bedürfnisse der Pflegepersonen.
So ist neben aller Sorge um die Pflegebedürftigen eine Frage entscheidend: Wer sorgt sich um die Pflegenden?
„Die 10 Gebote der Selbstsorge für pflegende Angehörige“ sollen eine Hilfestellung bieten, damit bei Pflegepersonen neben allem Engagement für die Pflegebedürftigen auch die Sorge um das eigene Wohl nicht zu kurz kommt.
Pflegende Angehörige zeigen bei der Sorge um ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder ein beeindruckendes Engagement. Oftmals scheint kein Aufwand zu groß, um den Alltag der Pflegebedürftigen so positiv wie möglich zu gestalten. Zugleich verspüren viele Pflegende aber auch ein Gefühl der Ohnmacht. Schließlich gibt es keine Alternative zur oftmals mühevollen Pflege. Unterstützung ist meist nur schwer zu finden.
Doch ganz gleich, ob aus liebevoller Hingabe und / oder aufgrund fehlender Unterstützungsmöglichkeiten: Pflege sollte niemals nur Sorge um einen pflegebedürftigen Menschen bedeuten, sondern immer auch Sorge um sich selbst.
Denn nicht nur Pflegebedürftige sind Menschen mit Bedürfnissen, sondern auch ihre pflegenden Angehörigen. Daher besteht kein Grund, den Wünschen der Pflegenden eine geringere Bedeutung zuzumessen als den Bedürfnissen der Gepflegten. Zudem haben Pflegende auch eine Garantenfunktion: Denn wer sollte die Pflege leisten, wenn Pflegepersonen über die eigenen Kräfte haushalten und ausfallen?
Der Schonung der eigenen Ressourcen kommt daher auch im Blick auf die Pflegebedürftigen eine wichtige Bedeutung zu.
„Ach, das wird schon irgendwie.“ ist ein Satz, der häufig von pflegenden Angehörigen zu hören ist. Er zeugt dabei allerdings eher von Ausweglosigkeit als von einer hoffnungsvollen Perspektive. Pflegende sollten sich immer vor Augen führen, dass Pflege in den meisten Fällen kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf ist, der es notwendig macht, mit den eigenen Kräften und Ressourcen gut zu haushalten.
Häufig entschuldigen sich pflegende Angehörige dafür, dass sie nicht noch mehr für ihr erkranktes Familienmitglied leisten. Sie erklären dann beispielsweise, warum sie an einem Mittag nicht bei ihrem Angehörigen vorbeigeschaut haben oder warum sie bei einem Besuch in Eile waren. Solche Selbstvorwürfe sind zerstörerisch, weil es durch sie noch schwerer fallen kann, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Ebenso ist auch Perfektionismus ein schlechter Ratgeber für die eigene Gesundheit. In der Pflege kann man immer noch mehr machen: Noch etwas besser lagern, noch etwas länger am Bett sitzen, noch etwas mehr zuhören, ...
Sicherlich ist ein solcher Anspruch aller Ehren wert. Er kann aber auch zu einer großen Überforderung führen.

Pflege ist körperlich harte Arbeit, insbesondere bei Pflegebedürftigen, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Nicht ohne Grund leiden viele pflegende Angehörige daher an Rücken- und Gelenkbeschwerden. Pflegepersonen sollten daher sehr achtsam mit ihrem Körper umgehen, auf eine gute körperliche Fitness achten und bei Beschwerden möglichst schnell handeln.
Pflege ist ein 24h Job – vor allem für die Psyche. So machen sich viele Pflegende nicht nur Gedanken über den konkreten Pflegealltag und den (Gesundheits-)Zustand ihrer Angehörigen, sondern auch über mögliche Zusatzperspektiven für die Gepflegten und sich selbst: Wie wird sich die Situation entwickeln? Was sollte ich noch tun? Kann ich das alles schaffen? Momenten des Abschaltens, der Entspannung und Entlastung kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Es mag schwerfallen, nach den Belastungen der Pflege am Abend auch noch einen Besuch in der Nachbarschaft zu tätigen oder eine liebe Freundin zum Plausch einzuladen. Doch genau solche Termine sind wichtig für die Seele – insbesondere bei Menschen, die ihre*n Lebenspartner*in pflegen und so ohnehin etwas stärker Gefahr laufen können, sozial isoliert zu werden. Wann immer es möglich ist, sollten Pflegepersonen daher die Gemeinschaft mit Menschen suchen, die sie in ihrer Situation verstehen können, die ihnen aber auch helfen, die Belastungen der Pflege für einige Stunden zu vergessen.
Es gibt Gefühle, die können Menschen, die eine ähnliche Situation durchleben mussten, am besten verstehen. Dem Austausch mit anderen Betroffenen kommt daher ein hoher Stellenwert zu – ganz gleich, ob es sich dabei um ein informelles Gespräch mit Bekannten in einer ähnlichen Lebenssituation oder um organisierte (Selbsthilfe-)Gruppen handelt.
In den vergangenen Jahren hat Zahl der Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige kontinuierlich zugenommen. Dies ist zwar begrüßenswert, kann jedoch auch dazu führen, dass Betroffene Angebote übersehen oder in der Vielzahl der Möglichkeiten den Überblick verlieren. Doch es lohnt sich, Energie in die Suche nach Unterstützungsangeboten zu investieren. Diese reichen von finanziellen Hilfen für die Pflegebedürftigen (z. B. Pflegegeld, Entlastungsbetrag) über Pflegehilfsmittel bis hin zu speziellen Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige (z. B. Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege).
Pausen sind wichtig, ganz gleich ob es sich dabei um kleine Pflegeauszeiten im Alltag oder einen Urlaub im Jahresverlauf handelt. Sicher mögen solche Pausenzeiten nicht immer leicht zu realisieren sein. Dennoch sollten sich Pflegende nicht allzu vorschnell von Sätzen wie „Ich kann doch nicht weg.“ leiten lassen. Pausen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, um auch langfristige eine gute Pflege leisten zu können, ohne dabei allzu sehr Raubbau an den eigenen Ressourcen zu betreiben.
Es ist keine schöne, aber dennoch eine wahre Aussage: „Kein Mensch ist unersetzlich.“
So mag es zwar bei Pflegenden im häuslichen Umfeld besonders tragisch sein, wenn diese ihre Aufgabe nur noch bedingt oder reduziert ausüben können, doch auch dann müsste zwangsläufig eine (Not-)Lösung gefunden werden.
Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, sollten sich Pflegende schon dann um Unterstützung bemühen, wenn sie sich selbst noch gesund und gut belastbar füllen.
Sie erfahren dadurch nicht nur eine Entlastung, sondern helfen auch, Alternativen einzuüben, für den Fall, dass die Pflegeperson die Pflege einmal nicht mehr selbst übernehmen kann. Optionen, wie eine Einbindung von Familie, Bekannten und Nachbarn, oder die Möglichkeiten einer Kurzzeitpflege sowie einer 24 h Pflege zu Hause (ggf. auf Zeit) sollten daher nicht erst dann genutzt werden, wenn die Pflegeperson mit ihren Kräften bereits am Ende ist.
Kaum eine Unterstützung in der Pflege kann dem Wunsch pflegender Angehöriger nach Entlastung so gut gerecht werden wie die 24 h Pflege zu Hause. Da die Pflegekräfte der 24h Pflege mit den Pflegebedürftigen in einem Haushalt leben, können diese bequem in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Zugleich muss Pflegende so nicht mehr das Gefühl beschleichen, sie hätten ihre Angehörigen „weggeben“, um sich selbst zu entlasten. Da die 24h Pflege zu Hause zudem auch nur für wenige Wochen in Anspruch genommen werden kann, wird eine optimale, punktgenaue Entlastung für pflegende Angehörige möglich.