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Ratgeber

Ergonomie im Pflegealltag: So können Pflegepersonen Rückenschmerzen vermeiden

Ergonomie im Pflegealltag – für viele pflegende Angehörige eine echte Herausforderung. Denn es erscheint kaum möglich, in der strapaziösen und oft hektischen Pflegeroutine auf eine gesunde, gelenk- und rückenschonende Arbeitsweise zu achten. Ergonomische Pflegeabläufe sind jedoch wichtig, damit Pflegepersonen ihre Aufgabe langfristig erfüllen können, ohne dabei dauerhafte Einbußen bei der eigenen Gesundheit in Kauf nehmen zu müssen. Im Beitrag geben wir deshalb passende Tipps für eine bessere Ergonomie im Pflegealltag – von einer rückenschonenderen Arbeitsweise über praktische Alltagshelfer bis zu kleinen Trainingseinheiten im Pflegealltag.

Ergonomie im Pflegealltag – für viele pflegende Angehörige eine echte Herausforderung. Denn es erscheint kaum möglich, in der strapaziösen und oft hektischen Pflegeroutine auf eine gesunde, gelenk- und rückenschonende Arbeitsweise zu achten. Ergonomische Pflegeabläufe sind jedoch wichtig, damit Pflegepersonen ihre Aufgabe langfristig erfüllen können, ohne dabei dauerhafte Einbußen bei der eigenen Gesundheit in Kauf nehmen zu müssen. Im Beitrag geben wir deshalb passende Tipps für eine bessere Ergonomie im Pflegealltag – von einer rückenschonenderen Arbeitsweise über praktische Alltagshelfer bis zu kleinen Trainingseinheiten für den Rücken im Pflegealltag.

Warum ist eine ergonomische Arbeitsweise im Pflegealltag so wichtig?

Ergonomie bedeutet, die Arbeit so zu gestalten, dass sie zum Menschen passt – und nicht umgekehrt. Im Pflegealltag heißt das: Bewegungen, Körperhaltung und Hilfsmittel so zu nutzen, dass der Rücken, Gelenke und Muskeln geschont werden. Pflegende Angehörige heben, stützen und bewegen täglich einen anderen Menschen, oftmals über viele Jahre hinweg. Ohne ergonomische Arbeitsweise kann die Kombination aus Dauerbelastung, ungünstigen Körperhaltungen und einer fehlenden Regenerationszeit schnell zu Rückenschmerzen, Verspannungen oder sogar dauerhaften Schäden führen. Wer ergonomisch arbeitet, spart Kraft, beugt Schmerzen vor und bleibt länger gesund. Das ist wichtig, damit pflegende Angehörige ihren Dienst nicht nur gut, sondern dauerhaft und ohne eigene Beeinträchtigungen leisten können.

Die Beanspruchung des Rückens im Pflegealltag

Im (Pflege-)Alltag ist der Rücken aus ergonomischer Sicht besonders gefährdet, da viele Tätigkeiten, wie das Heben, Stützen oder Umlagern mit kraftintensiven und immer wiederkehrenden Bewegungen verbunden sind. Je nach Tätigkeit werden verschiedene Bereiche des Rückens dabei besonders stark belastet:

  • Lendenwirbelsäule:  Der Lendenwirbelsäule, zu der die fünf untersten Wirbelkörper zählen, kommt eine wichtige Stützfunktion zu. Sie trägt den größten Teil unseres Körpergewichts. Durch wiederholtes Bücken, schweres Heben und Drehen – wie etwa beim Umlagern von Pflegebedürftigen – wird die Lendenwirbelsäule stark belastet. Aus dieser langfristigen Belastung resultieren häufig Bandscheiben- und Muskelbeschwerden.
  • Brustwirbelsäule: Im mittleren Rücken zwischen Nacken- und Lendenbereich liegt die Brustwirbelsäule. Diese besteht aus 12 Wirbeln und trägt zur Stabilisierung des Rumpfes bei. Besonders durch einseitige Belastung, eine falsche Körperhaltung und das Arme-vor-dem-Körper-Tragen während der Pflegetätigkeit kann es zu Muskelverkürzungen, Bandscheibenschäden und einer Dysbalance in der Rückenmuskulatur rund um die Brustwirbelsäule kommen.
  • Nacken- und Halswirbelsäule: Die Nacken- und Halswirbelsäule ist das Verbindungsglied zwischen Kopf und Rumpf. Sie ermöglicht die Beweglichkeit des Kopfes. Im Pflegealltag wird die Nacken- und Halswirbelsäule vor allem durch ständiges Nach-unten-Schauen stark beansprucht. Aber auch Stress und Anspannung wirken sich negativ auf die Nacken- und Halswirbelsäule aus. Die Folgen können Nackensteife, Kopfschmerzen und Schulterverspannungen sein.
Rückenbereich Hauptbelastung durch Pflegetätigkeiten Typische Beschwerden
Lendenwirbelsäule (LWS) Heben, Bücken, Umlagern Kreuzschmerzen, Lumbago („Hexenschuss“), Bandscheibenreizungen
Brustwirbelsäule (BWS) Vornübergebeugtes Arbeiten, Drehen Verspannungen zwischen den Schulterblättern
Halswirbelsäule (HWS) Nach-unten-Schauen, Stress, langes Sitzen Nackensteife, Kopfschmerzen
Gesamter Rücken Dauerhaltungen, fehlende Bewegung Muskelverhärtungen, Ermüdung

Ergonomie – mehr als Rückengesundheit

Der Begriff „Ergonomie“ stammt aus dem Griechischen: „érgon“ bedeutet Arbeit, „nómos“ Gesetz. Ergonomie beschreibt somit die Gestaltung von Arbeitsabläufen nach den Bedürfnissen des Menschen. Dabei geht es nicht nur um den Rücken, sondern auch um Gelenke, Muskeln, Bewegungsabläufe, Kraftaufwand sowie um Faktoren wie Stress und Ermüdung. Im Pflegealltag spielt Ergonomie daher in vielen Bereichen eine Rolle. Da Rückenprobleme jedoch die häufigste körperliche Belastung in der Pflege darstellen, konzentriert sich dieser Beitrag besonders auf die Rückengesundheit.

Ergonomie-Tipps für den Pflegealltag:

Es gehört zu den Herausforderungen des Pflegealltags, dass viele körperliche Strapazen kaum zu vermeiden sind. Die Pflege muss geleistet werden, ganz gleich welche Belastungen dies mit sich bringt. Durch bewusstes ergonomisches Arbeiten und gezielte Vorsorgemaßnahmen kann das Risiko für Rückenprobleme allerdings deutlich gemindert werden:

  • Richtige Körperhaltung: Bei einer gesunden Körperhaltung, die nicht nur im Pflegealltag wichtig ist, ist der Rücken in einer geraden Position, entsprechend der S-Kurve der Wirbelsäule. Die Schultern sind locker nach hinten und unten gerichtet. Dadurch wird die Wirbelsäule geschont und Belastungen gleichmäßig auf verschiedene Muskelgruppen verteilt.
  • Rückenschonendes Heben: Beim Heben sollte immer aus den Beinen heraus und nie aus dem Rücken gearbeitet werden. Die beste Schonung für den Rücken wird erreicht, wenn Hebebewegungen aus einem schulterbreiten Stand mit leicht gebeugten Knien und dem Gewicht nah am Körper ausgeführt werden.
  • Auszeiten mit Bewegung: Pflegende Angehörige sollten sich ein- bis zweimal pro Woche bewusst eine kurze Auszeit vom Pflegealltag nehmen, um gezielt etwas für das eigene Wohlbefinden und den Körper zu machen. Eine Stunde Yoga am Abend – zum Beispiel auch als Online-Kurs – oder ein paar Bahnen in der Schwimmhalle, aber auch regelmäßige Bewegung helfen, den Rücken zu entlasten und den Körper fit zu halten.
  • Kurze Dehneinheiten: Da der Pflegealltag oft stressig ist, fehlt den meisten Pflegepersonen die Zeit für ausgiebige Dehnübungen. Allerdings können bereits kurze Dehneinheiten von 2 bis 3 Minuten helfen, um Muskeln und Gelenke zu aktivieren und zu lösen. Der Vorteil: Dehnübungen lassen sich gut in kleine Wartepausen integrieren, zum Beispiel beim Aufkochen des Teewassers oder dem Reinigungsprogramm der Kaffeemaschine.
  • Arbeitshöhe anpassen: Die Höhe von Hilfsmitteln wie Pflegebetten und Rollstühlen, aber auch von Arbeitsflächen und die Tischen sollte – soweit möglich – an die Körpergröße der Pflegeperson angepasst werden. Als passende Arbeitshöhe gilt die Position, in der das Arbeiten in aufrechter Haltung und angenehmer Armhaltung möglich ist. Natürlich können nicht alle Arbeitshöhen in den oft älteren Wohnungen von Pflegebedürftigen einfach angepasst werden. Oft genügt es aber schon, einen Tisch in einer angenehmen Arbeitsposition zu platzieren, an dem wichtige Vor – und Nachbereitung in der Pflege absolviert werden können. Gelegentlich kann auch eine Anpassung der Arbeitshöhe durch Möbelerhöhungen oder entsprechende Auflagen zur Erhöhung der Arbeitsplatte erreicht werden.

Hilfsmittel für einen ergonomischeren Pflegealltag

Um eine rückenfreundlichere Pflegeroutine zu gestalten, kann der Rückgriff auf verschiedene Hilfsmittel sinnvoll sein. Oftmals lassen sich so mit wenig Aufwand große Verbesserungen erreichen.

  • Duschhocker: Wenn pflegebedürftige Personen beim Duschen sitzen können, wird die Pflege deutlich erleichtert. Pflegepersonen müssen weniger Kraft aufbringen, um Halt und Sicherheit zu geben. Die Duschpflege kann dadurch in einer aufrechten, rückenfreundlichen Haltung erfolgen, statt in dauerhaft nach vorn gebeugter Position. Höhenverstellbare Modelle lassen sich außerdem individuell an die Körpergröße der pflegebedürftigen Person und der Pflegeperson anpassen und unterstützen so eine ergonomische Arbeitsweise.
  • Höhenverstellbare (Pflege-)Betten: Höhenverstellbare Betten erlauben eine individuelle Anpassung der Arbeitshöhe und beugen so einer ungünstigen Körperhaltung beim Pflegen am Bett wie etwa beim Umlagern vor. Pflegende Angehörige sollten daher nicht zu lange zögern, ein Pflegebett zu beantragen, auch wenn es zunächst emotional fordernd sein kann, das geliebte Bett der pflegebedürftigen Person durch ein Pflegebett zu ersetzen. Die Kosten für die Miete des Bettes werden – samt einer entsprechenden Einweisung – von der Pflegekasse übernommen.
  • Gleitmatten: Die Matten aus reibungsarmem Material können mit wenig Aufwand unter die pflegebedürftige Person gelegt werden, um so das Drehen und Bewegen der Person im Bett zu erleichtern. Durch den verringerten Reibungswiderstand muss weniger Kraft aufgewendet werden, wodurch nicht nur die Rückenmuskulatur nachhaltig entlastet werden kann.
  • Transferbrett (Rutschbrett): Ein Transferbrett wird eingesetzt, um pflegebedürftige Personen sicher vom Bett in den Rollstuhl oder auf eine andere Sitzfläche zu bewegen. Es überbrückt den Höhen- und Abstandsunterschied zwischen zwei Flächen und ermöglicht so ein kontrolliertes Hinübergleiten. Aus einer anstrengenden Hebebewegung wird eine schonende Führbewegung. Das entlastet insbesondere Rücken, Schultern und Arme der Pflegeperson.
  • Anti-Ermüdungsmatten: Anti-Ermüdungsmatten fördern ergonomisches Arbeiten vor allem bei Tätigkeiten, die langes Stehen erfordern, wie etwa bei der Pflege am Bett. Das elastische Material der Matten federt Bewegungen leicht ab und sorgt so dafür, dass die Muskulatur der Beine und des Rückens aktiv bleibt. Dadurch werden Gelenke entlastet, die Durchblutung verbessert und Ermüdungserscheinungen verringert.
  • Aufrichthilfe: Der sogenannte Bettgalgen ermöglicht es Pflegebedürftigen, sich im Bett leichter aus eigener Kraft aufzurichten und eine andere Position einzunehmen. Dadurch müssen Pflegepersonen weniger Kraft einsetzen, wodurch die Belastung auf Rücken und Schultern reduziert wird. Besonders beim Umlagern oder beim Aufsetzen im Bett bietet der Bettgalgen eine gute Entlastung bei Pflegebedürftigen, die in der Lage sind, entsprechende unterstützende Bewegungen mitzuvollziehen.

Aufstehhilfen versus Patientenlifter:

Aufstehhilfen unterstützen pflegebedürftige Menschen dabei, unter Aufwendung eigener Kraft aus dem Liegen oder Sitzen aufzustehen, wie etwa aus dem Bett, vom Stuhl oder von der Toilette. Pflegepersonen sollten die Bewegung begleiten und falls notwendig unterstützen. Aufstehhilfen eignen sich nur, wenn die pflegebedürftige Person noch aktiv mithelfen und genügend Kraft aufbringen kann.

Mögliche Aufstehhilfen können sein:

  • Bettgalgen oder Trapezgriff
  • Bettleiter
  • Haltegriffe

Patientenlifter sind dagegen technische Transferhilfen, durch welche Pflegebedürftige vollständig gehoben und umgesetzt werden. Hierbei ist kein eigener Kraftaufwand notwendig. Die Geräte werden entweder auf Rollen geliefert oder können über eine Deckenkonstruktion im Zimmer der pflegebedürftigen Person montiert werden.

Kostenübernahme: Die Kosten für Aufstehhilfen und Patientenlifter werden in der Regel von der Pflegekasse bezuschusst oder komplett übernommen. Wie bei der Anschaffung von Pflegebetten gilt, dass bei einer nachweisbaren Notwendigkeit (Rezept vom Arzt) lediglich mit einem Eigenanteil von höchstens 10% oder 25€ zu rechnen ist. 

Ergonomische Handgriffe im Pflegealltag

Ergonomische Griffe sind gezielte Bewegungs- und Unterstützungstechniken, die Pflegepersonen dabei helfen, pflegebedürftige Menschen sicher zu bewegen, ohne den eigenen Rücken übermäßig zu belasten. Sie nutzen natürliche Bewegungsabläufe und das Körpergewicht, um so weniger Kraft aus dem Rücken aufwenden zu müssen. Richtig angewendet erleichtern sie Transfers und Lageveränderungen und tragen dazu bei, Schmerzen und langfristige Überlastungen zu vermeiden.

 

1.DerStand-Up Griff

Dieser Griff wird angewendet, um Pflegebedürftige beim Aufstehen aus einer sitzenden Position heraus, wie beispielsweise vom Stuhl, dem Bett oder der Toilette zu begleiten.

Ausführung:

  • Die Pflegeperson steht nah und stabil (hüftbreiter Stand, gerader Rücken, federnde Knie) vor der pflegebedürftigen Person.
  • Mit den Armen umschlingt die pflegende Person das pflegebedürftige Familienmitglied, sodass die Hände am oberen Rücken, auf Höhe der Schulterblätter liegen. Die pflegebedürftige Person kann sich an den Schultern der Pflegeperson festhalten.
  • Die Pflegeperson geht nun leicht in die Knie, richtet sich aus den Beinen heraus auf und „hebt“ dabei die pflegebedürftige Person mit hoch in einen aufrechten Stand.

2. Der Dreh- Griff 

Der Griff bietet eine gute Möglichkeit, um das Drehen im Bett rückenfreundlich zu gestalten und eine einseitige Belastung des Rückens zu vermeiden.

Ausführung:

  • Das Kopfteil des Pflegebetts wird heruntergefahren, sodass es in einer Ebene mit dem Rest des Betts ist.
  • Ein Kissen oder eine weiche Decke werden auf die Seite des Bettes gelegt, auf die die pflegebedürftige Person umgelagert werden soll.
  • Ein Bein wird angewinkelt und ausgestellt. Aus ergonomischen Gründen sollte es dabei nicht gehoben, sondern in Position geschoben werden. Danach folgt das zweite Bein.
  • Die Arme der pflegebedürftigen Person werden auf dem Oberkörper überkreuzt.
  • Die Pflegeperson schiebt eine Hand unter das Becken der liegenden Person, die andere Hand führt die Roll-/Kippbewegung von Becken und Beinen zur Seite aus.
  • Um den Oberkörper zu verlagern, greift eine Hand auf Höhe des Schulterblatts unter den Brustkorb, die andere Hand stützt die nun folgende Rollbewegung des Oberkörpers zur Seite.
  • Zuletzt wird der Kopf verlagert, indem der Kopf behutsam mit beiden Händen in eine für die pflegebedürftige Person angenehme Position gelegt wird.

3.Der Transfergriff (von Bett zu Rollstuhl):

Der Transfergriff wird angewendet, um die pflegebedürftige Person beim Wechseln von einer Sitzgelegenheit auf eine andere zu unterstützen. Der Griff kommt beispielsweise dann zum Einsatz, wenn die Person vom Bett in den Rollstuhl, oder vom Rollstuhl auf die Toilette gesetzt werden muss.

Ausführung:

  • Der Rollstuhl wird mit angezogener Bremse möglichst nah, leicht schräg an das Bett gestellt und Armlehnen oder Fußstützen hochgeklappt.
  • Die pflegebedürftige Person sitzt an der Bettkante (oder der Kante einer anderen Sitzgelegenheit.) Sie sollte mit den Füßen den Boden berühren können.
  • Nun folgt der „Stand-up-Griff“ (siehe oben).
  • Gemeinsam wird der Transfer über eine Drehbewegung ausgeführt, indem sich die Pflegeperson mit kleinen Schritten dreht. Ist das pflegebedürftige Familienmitglied vor dem Rollstuhl angekommen (Rücken zum Rollstuhl, Gesicht zum Angehörigen) begleitet die Pflegeperson das langsame Absetzen in den Rollstuhl.
  • Die Pflegeperson führt die Bewegung und die pflegebedürftige Person folgt der Bewegung.
  • Wenn das Gesäß über dem Rollstuhl ist, wird die Person vorsichtig in die Sitzposition nach unten abgelassen.

Einfache Übungen für einen gesunden Rücken

Ein gesunder Rücken braucht vor allem eines: regelmäßige Bewegung. Gerade im Pflegealltag können schon wenige Minuten gezielter Übungen helfen, Verspannungen zu lösen und Rückenbeschwerden vorzubeugen. Dabei gilt: Lieber mehrmals täglich kurz aktiv werden als selten und dafür lange. Gut für das tägliche Training eignen sich die folgenden einfachen Übungen:

  • Knie zur Brust: Diese Übung dehnt die Lendenwirbelsäule sowie die untere Rückenmuskulatur und wirkt besonders wohltuend nach langem Stehen oder schwerem Heben. Dafür legt man sich entspannt auf den Rücken und stellt die Beine angewinkelt auf. Anschließend werden die Arme um ein Knie gelegt und dieses sanft in Richtung Brust gezogen. Die Position wird für einen kurzen Moment gehalten, bevor das Bein wieder gelöst und in die Ausgangsposition zurückgeführt wird. Nach einigen Wiederholungen folgt das andere Knie.
  • Schulterkreisen: Eine bekannte Übung zum Lösen von Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich ist das Schulterkreisen. Die Übung sollte im Stehen ausgeführt werden und die Schultern zunächst locker nach unten hinten hängen. Dann werden die Schultern wahlweise einzeln oder zeitgleich langsam nach hinten gekreist, nach einigen Wiederholungen dann nach vorne.
  • Katzenbuckel und Pferderücken: Besonders nach längerem Stehen oder Sitzen eignet sich diese Übung, da die Wirbelsäule so mobilisiert und der Rückenstrecker gelockert wird. Die Ausgangsposition beider Übungen ist der Vierfüßlerstand. Beim Einatmen wird der Rücken rund gemacht wie ein Katzenbuckel und das Kinn dabei zur Brust gezogen. Beim Ausatmen wird der Rücken abgesenkt und der Blick leicht nach vorne gerichtet (Pferderücken).
  • Rumpfdrehung im Sitzen: Bei der Rumpfdrehung im Sitzen wird besonders die seitliche Rumpfmuskulatur angesprochen. Die Ausführung findet im Sitzen statt, mit den Füßen flach auf dem Boden. Die Arme werden vor der Brust verschränkt und auf die Schultern gelegt. Der Oberkörper wird nun langsam zu einer Seite gedreht, danach zurück zur Mitte und zur anderen Seite.