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Ergonomie im Pflegealltag – für viele pflegende Angehörige eine echte Herausforderung. Denn es erscheint kaum möglich, in der strapaziösen und oft hektischen Pflegeroutine auf eine gesunde, gelenk- und rückenschonende Arbeitsweise zu achten. Ergonomische Pflegeabläufe sind jedoch wichtig, damit Pflegepersonen ihre Aufgabe langfristig erfüllen können, ohne dabei dauerhafte Einbußen bei der eigenen Gesundheit in Kauf nehmen zu müssen. Im Beitrag geben wir deshalb passende Tipps für eine bessere Ergonomie im Pflegealltag – von einer rückenschonenderen Arbeitsweise über praktische Alltagshelfer bis zu kleinen Trainingseinheiten für den Rücken im Pflegealltag.
Ergonomie bedeutet, die Arbeit so zu gestalten, dass sie zum Menschen passt – und nicht umgekehrt. Im Pflegealltag heißt das: Bewegungen, Körperhaltung und Hilfsmittel so zu nutzen, dass der Rücken, Gelenke und Muskeln geschont werden. Pflegende Angehörige heben, stützen und bewegen täglich einen anderen Menschen, oftmals über viele Jahre hinweg. Ohne ergonomische Arbeitsweise kann die Kombination aus Dauerbelastung, ungünstigen Körperhaltungen und einer fehlenden Regenerationszeit schnell zu Rückenschmerzen, Verspannungen oder sogar dauerhaften Schäden führen. Wer ergonomisch arbeitet, spart Kraft, beugt Schmerzen vor und bleibt länger gesund. Das ist wichtig, damit pflegende Angehörige ihren Dienst nicht nur gut, sondern dauerhaft und ohne eigene Beeinträchtigungen leisten können.
Im (Pflege-)Alltag ist der Rücken aus ergonomischer Sicht besonders gefährdet, da viele Tätigkeiten, wie das Heben, Stützen oder Umlagern mit kraftintensiven und immer wiederkehrenden Bewegungen verbunden sind. Je nach Tätigkeit werden verschiedene Bereiche des Rückens dabei besonders stark belastet:

| Rückenbereich | Hauptbelastung durch Pflegetätigkeiten | Typische Beschwerden |
|---|---|---|
| Lendenwirbelsäule (LWS) | Heben, Bücken, Umlagern | Kreuzschmerzen, Lumbago („Hexenschuss“), Bandscheibenreizungen |
| Brustwirbelsäule (BWS) | Vornübergebeugtes Arbeiten, Drehen | Verspannungen zwischen den Schulterblättern |
| Halswirbelsäule (HWS) | Nach-unten-Schauen, Stress, langes Sitzen | Nackensteife, Kopfschmerzen |
| Gesamter Rücken | Dauerhaltungen, fehlende Bewegung | Muskelverhärtungen, Ermüdung |
Der Begriff „Ergonomie“ stammt aus dem Griechischen: „érgon“ bedeutet Arbeit, „nómos“ Gesetz. Ergonomie beschreibt somit die Gestaltung von Arbeitsabläufen nach den Bedürfnissen des Menschen. Dabei geht es nicht nur um den Rücken, sondern auch um Gelenke, Muskeln, Bewegungsabläufe, Kraftaufwand sowie um Faktoren wie Stress und Ermüdung. Im Pflegealltag spielt Ergonomie daher in vielen Bereichen eine Rolle. Da Rückenprobleme jedoch die häufigste körperliche Belastung in der Pflege darstellen, konzentriert sich dieser Beitrag besonders auf die Rückengesundheit.
Es gehört zu den Herausforderungen des Pflegealltags, dass viele körperliche Strapazen kaum zu vermeiden sind. Die Pflege muss geleistet werden, ganz gleich welche Belastungen dies mit sich bringt. Durch bewusstes ergonomisches Arbeiten und gezielte Vorsorgemaßnahmen kann das Risiko für Rückenprobleme allerdings deutlich gemindert werden:

Um eine rückenfreundlichere Pflegeroutine zu gestalten, kann der Rückgriff auf verschiedene Hilfsmittel sinnvoll sein. Oftmals lassen sich so mit wenig Aufwand große Verbesserungen erreichen.



Aufstehhilfen unterstützen pflegebedürftige Menschen dabei, unter Aufwendung eigener Kraft aus dem Liegen oder Sitzen aufzustehen, wie etwa aus dem Bett, vom Stuhl oder von der Toilette. Pflegepersonen sollten die Bewegung begleiten und falls notwendig unterstützen. Aufstehhilfen eignen sich nur, wenn die pflegebedürftige Person noch aktiv mithelfen und genügend Kraft aufbringen kann.
Mögliche Aufstehhilfen können sein:
Patientenlifter sind dagegen technische Transferhilfen, durch welche Pflegebedürftige vollständig gehoben und umgesetzt werden. Hierbei ist kein eigener Kraftaufwand notwendig. Die Geräte werden entweder auf Rollen geliefert oder können über eine Deckenkonstruktion im Zimmer der pflegebedürftigen Person montiert werden.
Kostenübernahme: Die Kosten für Aufstehhilfen und Patientenlifter werden in der Regel von der Pflegekasse bezuschusst oder komplett übernommen. Wie bei der Anschaffung von Pflegebetten gilt, dass bei einer nachweisbaren Notwendigkeit (Rezept vom Arzt) lediglich mit einem Eigenanteil von höchstens 10% oder 25€ zu rechnen ist.
Ergonomische Griffe sind gezielte Bewegungs- und Unterstützungstechniken, die Pflegepersonen dabei helfen, pflegebedürftige Menschen sicher zu bewegen, ohne den eigenen Rücken übermäßig zu belasten. Sie nutzen natürliche Bewegungsabläufe und das Körpergewicht, um so weniger Kraft aus dem Rücken aufwenden zu müssen. Richtig angewendet erleichtern sie Transfers und Lageveränderungen und tragen dazu bei, Schmerzen und langfristige Überlastungen zu vermeiden.

Dieser Griff wird angewendet, um Pflegebedürftige beim Aufstehen aus einer sitzenden Position heraus, wie beispielsweise vom Stuhl, dem Bett oder der Toilette zu begleiten.
Ausführung:
2. Der Dreh- Griff
Der Griff bietet eine gute Möglichkeit, um das Drehen im Bett rückenfreundlich zu gestalten und eine einseitige Belastung des Rückens zu vermeiden.
Ausführung:
3.Der Transfergriff (von Bett zu Rollstuhl):
Der Transfergriff wird angewendet, um die pflegebedürftige Person beim Wechseln von einer Sitzgelegenheit auf eine andere zu unterstützen. Der Griff kommt beispielsweise dann zum Einsatz, wenn die Person vom Bett in den Rollstuhl, oder vom Rollstuhl auf die Toilette gesetzt werden muss.
Ausführung:
Ein gesunder Rücken braucht vor allem eines: regelmäßige Bewegung. Gerade im Pflegealltag können schon wenige Minuten gezielter Übungen helfen, Verspannungen zu lösen und Rückenbeschwerden vorzubeugen. Dabei gilt: Lieber mehrmals täglich kurz aktiv werden als selten und dafür lange. Gut für das tägliche Training eignen sich die folgenden einfachen Übungen:
