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Ratgeber

Pflege zu Hause: Checkliste für einen sicheren und pflegegerechten Haushalt

Wird eine Person pflegebedürftig, stehen für pflegende Angehörige viele Aufgaben an. Dazu zählt auch die Anpassung des Wohnumfeldes an die neue Situation der Pflegebedürftigkeit. Zugleich lässt sich oftmals auch die Wohnsituation bereits pflegebedürftiger Menschen mit wenigen Maßnahmen barriereärmer, pflegegerechter und vor allem wohnlicher gestalten. Unsere Checkliste für eine sichere Pflege zuhause möchte Ihnen dazu passende Anregungen geben.

Wird eine Person pflegebedürftig, stehen für pflegende Angehörige viele Aufgaben an. Dazu zählt auch die Anpassung des Wohnumfeldes an die neue Situation der Pflegebedürftigkeit. Zugleich lässt sich oftmals auch die Wohnsituation bereits pflegebedürftiger Menschen mit wenigen Maßnahmen barriereärmer, pflegegerechter und vor allem wohnlicher gestalten. Unsere Checkliste für eine sichere Pflege zuhause möchte Ihnen dazu passende Anregungen geben.

Sicherheit und Sturzprävention

Eine sichere Wohnumgebung ist eine zentrale Grundvoraussetzung, damit ältere Menschen eigenständig in den eigenen vier Wänden leben können. Viele Verbesserungen lassen sich bereits mit wenig Aufwand erreichen.

  • Stolperfallen vermeiden: Kabel, Möbelfüße und Teppiche können für ältere Menschen leicht zu Stolperfallen werden. Sie sollten deshalb entfernt oder entsprechend gesichert werden. Mit einem Verlegeband lassen sich Teppiche am Boden fixieren, sodass sie weder wegrutschen noch Falten schlagen. Kabel werden am besten entlang der Wand verlegt oder an wenig frequentierten Stellen wie beispielsweise hinter Möbeln. Ist die Kabelverlegung im Wohnraum unvermeidbar, sollten Kabelabdeckungen mit Signalfarben genutzt werden, die insbesondere von Pflegebedürftigen mit Sehbeeinträchtigungen gut wahrgenommen werden können.
    Übrigens:Kabelabdeckungen schützen auch Pflegepersonen, da diese Stolperfallen im oft stressigen Pflegealltag ebenfalls leicht übersehen können.

  • Möbel befestigen: Möbel können leicht ins Kippen geraten. Es kann daher schnell gefährlich werden, wenn sich ältere Menschen an Kommoden, Tischen oder anderen Möbel abstützen. Möbelstücke sollten daher auf ihre Standfestigkeit hin überprüft und nach Möglichkeit an der Wand befestigt werden.
  • Haltegriffe montieren: Im Eingangsbereich, im Bad oder der Ankleide können Haltegriffe spürbare Sicherheit geben und selbstständige Bewegungsabläufe unterstützen. Neben einer stabilen Montage ist eine Positionierung auf der individuellen Greifhöhe der pflegebedürftigen Person wichtig, damit die Griffe intuitiv genutzt werden und echte Unterstützung bieten.
  • Rutschfeste Bodenbeläge nutzen: Gebohnerte Holzböden oder sehr glatte Fliesenböden bergen ein erhöhtes Sturzrisiko. Besser eignen sich rutschhemmende Bodenbeläge wie beispielsweise Vinyl. Klick-Vinylböden können mit vergleichsweise geringem Aufwand auf glattere Untergründe aufgelegt werden. Alternativ können auch intelligente Böden mit einer Sturzerkennung auf ungeeigneten Untergründen ausgelegt werden.
  • Breite Durchgänge schaffen: Alle Räume und auch verschiedenen Aufenthaltsorte innerhalb eines Raums sollten für die pflegebedürftige Person gut erreichbar sein. Aus diesem Grund sollten Möbel und andere Gegenstände so platziert werden, dass auch Personen mit Rollstuhl oder Rollator bequem dazwischen durchlaufen können, ohne hängen zu bleiben.
  • Potenzielle Gefahrstellen markieren: Unvermeidbare Stolperfallen wie Türschwellen, Stufen und Treppenkanten können durch farbliche Markierungen kenntlich gemacht werden, sodass sie von älteren Personen besser wahrgenommen werden. Hierfür eignen sich beispielsweise farbige Anti-Rutsch-Klebebänder oder reflektierende Markierungsstreifen, die besonders nachts gut vor den entsprechenden Gefahrenstellen warnen.
  • Stabile, rückenfreundliche Möbel bevorzugen: Ältere Menschen hängen oft an ihren gewohnten Möbelstücken. Doch nicht jedes Lieblingsstück ist noch ausreichend sicher und rückenfreundlich. Sehr tiefe Sessel, aus denen das Aufstehen schwerfällt, oder wackelige Stühle ohne Armlehnen erhöhen das Sturzrisiko. Achten Sie daher darauf, an den wichtigsten Aufenthaltsorten – etwa im Wohnzimmer, in der Küche und im Schlafzimmer – jeweils eine gute Sitzmöglichkeit mit Armlehnen bereitzustellen.
  • Glas reduzieren: Durch die erhöhte Sturzgefahr im Alter sollte darauf geachtet werden, dass Glastische, ausgestellte Porzellanstücke und andere zerbrechliche Gegenstände, die ein entsprechende Verletzungsrisiko mit sich bringen, entfernt oder so umgestellt werden, dass sie sich nicht in einem entsprechenden Gefahrenbereich befinden.

Beleuchtung

Eine helle, freundliche Wohnumgebung verbessert nicht nur die Sicherheit, sie wirkt sich auch positiv auf das Wohlbefinden aus.

  • Tageslicht: Nichts schafft eine bessere, natürliche Beleuchtung als Tageslicht. Daher sollten Rollläden – außer in den heißen Sommermonaten – möglichst oft geöffnet sein. Zudem empfiehlt es sich, auf dichte, lichtundurchlässige Vorhänge oder allzu üppige Pflanzen und Dekoartikel auf den Fensterbänken zu verzichten.
  • Ausreichend Licht: Grundsätzlich sollten Wohnräume nicht zu grell beleuchtet sein. In vielen Fällen sind einige wenige Decken- oder Wandlampen eine ausreichende Ergänzung zum Tageslicht. Allerdings muss die Beleuchtung immer hell genug sein, damit ältere Menschen trotz der verminderten Sehkraft im Alter alles gut wahrnehmen können. Zudem sollte das Licht nach Möglichkeit so geschaltet werden, dass im Notfall alle Räume hell ausgeleuchtet werden können. In Küche und Bad ist besonders auf eine gute Ausleuchtung zu achten.
  • Indirektes Licht: Indirektes Licht – beispielsweise durch abgeschirmte Lampen, Wandleuchten oder LED-Streifen hinter Möbeln – ist eine gute Ergänzung zur normalen Beleuchtung. Es schafft nicht nur eine wohlige Atmosphäre, sondern auch eine angenehme Ausleuchtung der Wohnung, die besonders in den Abendstunden beruhigend wirken kann.
  • Bewegungsmelder/ Nachtlichter: Wichtige Wege sollten auch abends und nachts erkennbar sein. Eine gute und kostengünstige Lösung bieten Bewegungsmelder und Nachtlichter. Denn so muss im Dunklen nicht zuerst der Lichtschalter gesucht werden. Zudem kann vermieden werden, dass Lampen die Nacht über durchbrennen.

Hausautomation: Mehr Komfort für pflegebedürftige Menschen

Mit einer intelligenten Hausautomation lassen sich Beschattung und Beleuchtung nicht nur vollautomatisch steuern, sondern auch an unterschiedliche Tages- und Nachtzeiten anpassen. So kann das Zuhause beispielsweise in den Abendstunden automatisch in eine gemütlichere Lichtstimmung gebracht werden. Flure lassen sich nachts mithilfe von Bewegungsmeldern mit einem sanften Orientierungslicht beleuchten. Da die Hausautomation einmal eingerichtet weitestgehend autark funktioniert, kann sie Pflegebedürftigen einen großen Komfort bieten. Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Smart Home für Senioren und Seniorinnen“.

Kommunikation und Notrufsysteme

Damit sich Pflegebedürftige in ihrem eigenen Zuhause sicher fühlen, ist es wichtig, dass sie im Ernstfall schnell und zuverlässig Hilfe verständigen können.

  • Gute Erreichbarkeit: Das Telefon sollte so platziert werden, dass es gut erreichbar ist, beispielsweise neben dem Sofa oder dem Bett. Zudem kann es sinnvoll sein, mehrere Telefone zu nutzen, damit die Wege im Notfall kurz sind. Bei vielen Telefonsystemen können alle Geräte gleichzeitig klingeln, sodass Anrufe von jedem Raum aus direkt entgegengenommen werden können.

  • Seniorengerechte Telefone: Haustelefone, Handys und Tablets mit großen Bedienfeldern und Direktwahltasten ermöglichen es älteren Menschen besonders in Notfallsituationen zügig Hilfe zu verständigen. Bei Handys können Funktionen wie Notfall-Apps, automatische Notfall-SMS oder die Standortfreigabe für zusätzliche Sicherheit sorgen.
  • Notrufsysteme: Hausnotrufsysteme ermöglichen es, mithilfe eines tragbaren Notrufauslösers – etwa als Armband, Halskette oder Uhr – eine Verbindung zu einer Notrufzentrale oder zu hinterlegten Kontaktpersonen herzustellen. Je nach Ausführung arbeiten Hausnotrufsysteme mit einer stationären festnetzgebundenen Einheit in der Wohnung oder über das Mobilfunknetz. Auch Smartwatches können als Notfalllösung genutzt werden, sofern die betreffende Person mit der Bedienung vertraut ist. Die Systeme erhöhen so die Sicherheit und Selbstständigkeit von älteren Menschen, da bei Stürzen, akuten gesundheitlichen Problemen oder anderen Notlagen schnell reagiert werden kann.

Freundliche Atmosphäre

Neben den notwendigen Sicherungsmaßnahmen und geeigneten Pflegehilfsmitteln spielt ein Aspekt bei der Wohnraumgestaltung für Pflegebedürftige eine zentrale Rolle: die einladende Wohnatmosphäre, die das psychische Wohlbefinden der Pflegebedürftigen unterstützt.

  • Farben: Eine farbenfrohe Decke auf dem Sofa, bunte Bilder oder eine farbige Wand – kleine Farbakzente in der Raumgestaltung sorgen für mehr Wohnlichkeit und sind zugleich eine Wohltat fürs Gemüt.
  • Pflanzen: Zimmerpflanzen bringen Farbe und Leben, verbessern die Luftqualität und geben älteren Menschen eine Aufgabe. Eine Auswahl an seniorengerechten Pflanzen haben wir in unserem Ratgeber für Sie zusammengestellt.
  • Persönliche Gestaltung: Durch Fotos, Bilder, Erinnerungsstücke und kleine dekorative Accessoires bekommt der Wohnraum eine persönliche Note, die emotionale Geborgenheit vermitteln kann.
  • Jahreszeitliche Dekoration: Der Alltag pflegebedürftiger Menschen ist manchmal eintönig. Es ist daher gut, sie Jahreszeiten und Jahresfeste auch durch passende Dekorationselemente bewusster erleben zu lassen.
  • Große Uhren und Kalender: Gut lesbare Uhren und deutlich strukturierte Kalender helfen Pflegebedürftigen bei der zeitlichen Orientierung. So geben sie Ruhe und Sicherheit im Tagesverlauf.
  • Tagesplan und wichtige Telefonnummern: Ältere Menschen können schnell beunruhigt sein, wenn sie wichtige Informationen nicht finden. Tages- und Wochenpläne sollten daher gut sichtbar aufgehängt werden. Ebenso sollten auch die Telefonnummern von Angehörigen, dem Pflegedienst und andere wichtige Nummern an einem gut einsehbaren Platz aufgehängt oder aufbewahrt werden.

Alltagserleichterungen und Ausstattung

Viele kleine falsche Bewegungen können in der Summe große Probleme verursachen. Das betrifft Pflegebedürftige und Pflegeperson gleichermaßen. Das Wohnumfeld sollte daher möglichst ergonomisch und im positiven Sinn funktional eingerichtet sein.

  • Ergonomische Ausstattung: Arbeitsflächen sollten – vor allem mit Blick auf die hohe Beanspruchung der Pflegepersonen – rückenfreundlich angeordnet sein. Zudem sollte die Arbeit durch verschiedene Hilfsmittel wie Duschhocker oder Aufstehhilfen erleichtert werden. Mehr Informationen bietet unser Ratgeber zur Ergonomie im Pflegealltag.
  • Alltagshelfer: Kleine Hilfen wie Greifzangen, Öffnungshelfer für Verschlüsse, seniorengerechtes Besteck und weitere kreative Hilfsmittel – die wir Ihnen in einem eigenen Ratgeber vorstellen – ermöglichen es älteren Menschen, kleine Alltagsaufgaben weiterhin selbstständig zu erledigen.
  • Leicht bedienbare Geräte: Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik sollte einfach zu bedienen sein. Große, kontrastreiche Tasten, gut lesbare Displays, eine reduzierte Anzahl an Funktionen sowie klare Menüstrukturen erleichtern die Nutzung. Fernbedienungen mit wenigen, deutlich beschrifteten Tasten können zusätzliche Sicherheit geben. Entsprechende Modelle sind im Elektrofachhandel, in Sanitätshäusern oder bei spezialisierten Anbietern für seniorengerechte Produkte erhältlich.
    Tipp:Viele Fernsehergeräte verfügen über eine „Hotelfunktion“, durch die beispielsweise die maximale Lautstärke begrenzt oder Menüeinstellungen mit einem Passwort geschützt werden können. So kann vermieden werden, dass sich Pflegebedürftige durch einen falschen Tastendruck in unübersichtlichen Menüs „verlieren“.
  • Pflegebett: Für viele ältere Menschen und auch Angehörige mag es ein emotional herausfordernder Schritt sein, das vertraute Bett gegen ein Pflegebett einzutauschen. Allerdings bieten die Betten – die von der Pflegekasse beim Vorliegen eines Pflegegrades kostenlos zur Verfügung gestellt werden – nicht nur einen guten Komfort für Pflegebedürftige, sie erleichtern vor allem die Pflege am Bett und schonen so die Rückenmuskulatur der Pflegeperson.

Hygiene und Sauberkeit:

Eine gute Grundhygiene ist eine wesentliche Voraussetzung, damit pflegebedürftige Menschen zu Hause gut leben können. Neben der täglichen Körperpflege spielt auch die Gestaltung der Wohnung eine entscheidende Rolle.

  • Waschbare und pflegeleichte Materialien: Möbel und Oberflächen sollten leicht zu reinigen sein. Empfehlenswert sind abwischbare Tischflächen oder waschbare Bezüge. Stark saugende Teppiche, empfindliche Stoffe oder schwer zu reinigende Polster können die Hygiene dagegen unnötig erschweren.
  • Ausreichende Wäschevorräte: Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen sollten in ausreichender Zahl vorhanden sein, um diese bei Bedarf häufiger wechseln zu können. Textilien sollten bei mindestens 60 °C waschbar sein, um Keime zuverlässig zu reduzieren.
  • Hygiene- und Schutzmaterialien: Flüssigseife, Händedesinfektionsmittel und Einmalhandschuhe gehören zur Grundausstattung in der Pflege, insbesondere bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Wunden. Auch individuell benötigte Pflege- und Inkontinenzprodukte sollten ausreichend verfügbar sein.
  • Klare Reinigungsstruktur: Für Bad, Küche und Wohnbereich sollten getrennte Reinigungsutensilien verwendet werden.
  • Handhabbare Reinigungsgeräte: Reinigungsgeräte sollten sicher, leicht und einfach zu bedienen sein. Technische Hilfsmittel wie Saug- und Wischroboter können unterstützend eingesetzt werden, ersetzen jedoch nicht die Grundreinigung. Zudem ist darauf zu achten, dass diese die pflegebedürftige Person – insbesondere im Fall von Störungen – nicht beunruhigen.

Weitere Informationen zur Hygiene im Pflegealltag finden Sie in unserem Ratgeber.

Badezimmer

Das Bad steht für viele wohltuende Anwendungen im Pflegealltag, es kann aber auch zu einer Gefahrenquelle werden, wenn es nicht pflegegerecht eingerichtet ist.

  • Rutschfestigkeit: Durch die sinkende Trittsicherheit im Alter steigt die Rutschgefahr besonders im Badezimmer. Antirutschmatten oder auch spezielle rutschhemmende Beschichtungen, die einfach auf die Fliesen aufgebracht werden können, beugen dieser Gefahr vor.

  • Haltegriffe: Neben der Toilette, in der Dusche oder in der Badewanne erleichtern Haltegriffe älteren Menschen das Aufstehen und Hinsetzen sowie das Ein- und Aussteigen. 
  • Armaturen mit Temperaturbegrenzung (Verbrühschutz): Armaturen mit integrierter Temperaturbegrenzung verhindern plötzliche Heißwasserstöße und reduzieren so das Risiko von Verbrühungen. Erhältlich sind entsprechende Modelle im Sanitärfachhandel, in Baumärkten oder über spezialisierte Online-Anbieter. Der Einbau kann bei einfachen Modellen grundsätzlich selbst erfolgen, sofern handwerkliche Erfahrung vorhanden ist. In der Regel ist jedoch die Montage durch einen Installationsbetrieb empfehlenswert.
  • Bade- und Duschhocker: Einfach, aber wirkungsvoll sind Hocker für die Dusche oder Badewanne. Sie erleichtern nicht nur das Bad für Pflegebedürftige, sondern schonen durch die angenehmere Arbeitshöhe auch die Pflegeperson. Umfassendere Informationen bietet unser Ratgeber zum Baden von Pflegebedürftigen.
  • Toilettensitzhilfe: Bei Personen mit eingeschränkter Kraft, mit Gleichgewichtsproblemen oder mit einer Symptomlage nach einem Schlaganfall kann eine Toilettensitzhilfe gute Entlastung für Knie, Hüfte und Rücken bieten. Die einfach zu installierende Hilfe erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen deutlich, die Sturzgefahr wird reduziert, die Selbstständigkeit steigt.

Küche

Die Küche ist für viele ältere Menschen einer der beliebtesten und zugleich wichtigsten Aufenthaltsorte. Gleichzeitig existieren hier besondere Gefahrenquellen, die unbedingt beseitigt werden sollten, damit sich ältere Menschen möglichst lange sicher und eigenständig in ihrer Küche bewegen können.

  •  Kochplatte mit Abschaltautomatik: Eine automatische Abschaltfunktion erhöht die Sicherheit in der Küche deutlich. Das Kochfeld schaltet sich selbstständig ab, wenn es über einen längeren Zeitraum ohne Bedienung in Betrieb ist oder – bei Induktionsfeldern – kein geeignetes Kochgeschirr erkannt wird. Das Risiko von Bränden oder Unfällen durch unbeaufsichtigtes Kochen wird so deutlich reduziert.
  • Nach außen öffnende Tür:  Eine nach außen öffnende Badezimmertür oder eine Tür mit Notöffnung stellt sicher, dass im Notfall schnell geholfen werden kann, selbst wenn die gestürzte Person gegen die Tür liegt. So wird verhindert, dass das Rettungspersonal durch die Tür gewaltsam öffnen muss und dabei wertvolle Zeit verliert. 
  • Kühlschrankgröße passend zum Bedarf: Ein zu großer Kühlschrank kann leicht dazu führen, dass Lebensmittel im hinteren Bereich „vergessen“ werden und verderben. Ein zu kleiner Kühlschrank hingegen erschwert die Ordnung, weil alles dicht gedrängt steht und der Überblick verloren geht. Prüfen Sie daher, ob die vorhandene Größe noch passend ist oder ob ein Austausch sinnvoll wäre. Dabei muss nicht zwingend ein Neugerät angeschafft werden: Häufig steht im Familien- oder Verwandtenkreis ein gut erhaltenes, passendes Modell zur Verfügung, das vorübergehend oder dauerhaft genutzt werden kann.
    Tipp: Ist bereits ein großer Kühlschrank vorhanden, kann der Innenraum bewusst strukturiert werden. Weniger genutzte Bereiche lassen sich beispielsweise mit Getränkeflaschen auffüllen. Diese speichern Kälte, senken dadurch den Energieverbrauch und sorgen gleichzeitig für mehr Übersichtlichkeit im Alltag.

  • Sortierung der Schränke: Küchenschränke sollten so eingeräumt werden,dass häufig benötigte Gegenstände ausschließlich in gut erreichbaren Unterschränken oder auf Arbeitshöhe gelagert werden. Oberschränke können für selten genutzte Dinge verwendet oder – wenn nötig – bewusst leer gelassen oder verschlossen werden, um riskantes Strecken oder das Hantieren mit Hockern und Tritten zu vermeiden. Im besten Fall kann die Küche so strukturiert werden, dass sich ältere Menschen bei den täglichen Arbeiten weder bücken noch über die Schulterhöhe hinausgreifen müssen.
  • Seniorengerechte Küchenhelfer: Mit überschaubarem Aufwand lassen sich Küchenutensilien an die Bedürfnisse älterer Menschen anpassen. Leichte Töpfe und Pfannen mit stabilen, rutschfesten Griffen erleichtern das sichere Heben und Tragen heißer Speisen. Ebenso sollten auch Küchenhelfer gut in der Hand liegen. Haushaltsgeräte wie Toaster, Kaffeemaschine oder Mixer sollten über klar erkennbare Bedienelemente verfügen und sich intuitiv bedienen lassen.

    Weitere Anregungen für eine seniorengerechte Kücheneinrichtung bieten entsprechende Ratgeber im Internet.