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Ratgeber

Hygiene in der häuslichen Pflege: Diese Standards sollten Angehörige kennen.

Hygiene in der häuslichen Pflege spielt eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Krankheiten und somit auch beim Gesundheitsschutz von Pflegebedürftigen. Denn bei einer Pflegebedürftigkeit – insbesondere in Verbindung mit einer Bettlägerigkeit – steigt die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Die Sensibilität für die Bedeutung von Hygiene ist durch die Coronapandemie bei vielen Menschen stark gestiegen. Dennoch sollten gerade in der häuslichen Pflege einige spezifische Aspekte beachtet werden, mit denen Pflegepersonen ihr pflegebedürftiges Familienmitglied, aber auch sich selbst wirksam vor Erkrankungen schützen können.

Hygiene in der häuslichen Pflege spielt eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Krankheiten und somit auch beim Gesundheitsschutz von Pflegebedürftigen. Denn bei einer Pflegebedürftigkeit – insbesondere in Verbindung mit einer Bettlägerigkeit – steigt die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Die Sensibilität für die Bedeutung von Hygiene ist durch die Coronapandemie bei vielen Menschen stark gestiegen. Dennoch sollten gerade in der häuslichen Pflege einige spezifische Aspekte beachtet werden, mit denen Pflegepersonen ihr pflegebedürftiges Familienmitglied, aber auch sich selbst wirksam vor Erkrankungen schützen können.

Welche Maßnahmen fallen unter den Begriff der Hygiene?

Unter dem Begriff der Hygiene werden – gemäß einer Definition der Universität Hamburg–­ alle Maßnahmen zur Reinhaltung des Körpers, der Kleidung und der Arbeitsumgebung verstanden, die der Gesunderhaltung des Menschen dienen. Die Hygiene kann dabei in verschiedene Bereiche unterteilt werden:

  • Körperhygiene: Die Körperhygiene ist gleichzusetzen mit der Individualhygiene und umfasst alle Maßnahmen der Körperpflege, die dem Schutz vor Bakterien, Viren, Pilzen und anderen Infektionsherden dienen. Zu den bekanntesten von ihnen zählen beispielsweise das Händewaschen, das Duschen oder das Zähneputzen.
  • Infektionsschutz: Zu diesem Aspekt der Hygiene, der gerade durch die Coronapandemie stark ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist, zählen vielfältige Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit der Infektion mit Krankheitserregern minimieren sollen. Neben einer allgemeinen Wachsamkeit sind dafür besonders Hygieneartikel wie Handschuhe, Schutzkittel oder Masken von Bedeutung.
  • Desinfektion: Ein wichtiger Teilaspekt des Infektionsschutzes ist die Desinfektion von Arbeitsmitteln und Oberflächen, aber auch von gefährdeten Körperregionen mit dem Ziel, eine Übertragung durch Pilze, Viren oder Bakterien zu verhindern.

Was ist bei der Körperhygiene im Allgemeinen zu beachten?

Eine gute Körperhygiene kann Pflegebedürftige und Pflegepersonen gleichermaßen vor der Entstehung von Keimherden und somit vor Infektionen schützen. Zugleich ist die Hygiene im Rahmen der Körperpflege für Pflegebedürftige auch ein sehr sensibles und intimes Thema. Daher sollten Sie nachfolgende Hinweise unbedingt beachten:

  • Krankheitsspezifische Fragestellungen beachten: Gerade zu Beginn einer Pflegebedürftigkeit kann es vorkommen, dass relevante Aspekte der Hygiene in der Vielfalt der anstehenden Aufgaben zunächst vernachlässigt werden. Versuchen Sie jedoch von Anfang an bei der Entwicklung einer Pflegeroutine einen hohen Hygienestandard einzuhalten. Informieren Sie sich zudem beim medizinischen und pflegerischen Fachpersonal über krankheitsspezifische Hygienemaßnahmen.
  • Seien Sie behutsam: Für viele Pflegebedürftige kann es unangenehm sein, sich an sensiblen Körperregionen berühren zu lassen. Sprechen Sie daher mit ihrem Familienmitglied über alles, was sie tun. Schaffen Sie eine möglichst vertrauensvolle und stressfreie Atmosphäre. Halten Sie auch Tage aus, an denen Sie eine Ablehnung akzeptieren müssen. Werden hygienisch notwendige Behandlungen allerdings dauerhaft verweigert, suchen Sie pflegerischen oder ärztlichen Rat
  • Sprechen Sie über Hygienemaßnahmen: Für Ihr Familienmitglied mag es vielleicht befremdlich wirken, wenn Sie es plötzlich mit Handschuhen berühren oder eine Schutzmaske tragen. Sprechen Sie in der Pflege Ihres Angehörigen daher über den Einsatz von Schutzmaßnahmen und machen Sie so deutlich, dass das Tragen einer Schutzausrüstung kein Ausdruck von Ekel oder Ablehnung ist, sondern letztlich dem beiderseitigen Schutz dient.
    Wichtig: Demenzkranke kann Ihr verändertes Erscheinungsbild besonders erschrecken. Gehen Sie also behutsam vor. Legen Sie die Schutzausrüstung gegebenenfalls vor den Augen Ihres Familienmitgliedes an.
  • Wählen Sie geeignete Pflegemittel: Die Haut älterer Menschen stellt besondere Anforderungen an Pflegemittel. Zudem sollten diese auch eine entsprechende Hygienewirkung entfalten, ohne die Haut dabei zu irritieren. Setzen Sie daher nicht auf die „Hygieneversprechen“ der Hersteller, sondern informieren Sie sich im Drogeriemarkt, im Reformhaus oder einer Apotheke über geeignete Hautpflegemittel.
  • Fördern Sie die Selbstständigkeit: Wenn Sie Ihr Familienmitglied aktiv in die tägliche Körperhygiene einbinden, schafft dies nicht nur eine vertrauensvollere Atmosphäre. Sie tragen so auch zum Erhalt und zur Förderung der Selbstständigkeit bei.
  • Achten Sie auf körperliche Veränderungen: Nehmen Sie den Körper Ihres Familienmitgliedes während der täglichen Pflege immer wieder gründlich in Augenschein. Prüfen Sie mögliche Hautveränderungen, um Reizungen, Rötungen, Ausschläge oder auch Druckstellen möglichst frühzeitig zu erkennen. Sie leisten so zudem auch einen wichtigen Beitrag zur Dekubitus-Prophylaxe für Ihr Familienmitglied.

Pflegekassen übernehmen die Kosten für Hygienematerialien in der häuslichen Pflege

Pflegehilfsmittel, die für die Hygiene in der häuslichen Pflege notwendig sind, werden von der Pflegekasse mit bis zu 40 Euro im Monat bezuschusst. Dafür genügt meist ein formloser Antrag. Einige Pflegekassen stellen Verbrauchsmaterialen wie Desinfektionsmittel, Einweghandschuhe, Masken oder Schürzen auch kostenlos zur Verfügung. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Pflegekasse über mögliche Zuschüsse. Weitere Hinweise bietet auch unser Ratgeber zur Finanzierung der häuslichen Pflege.

Welche Standards sollte man für die Hygiene einzelner Körperregionen beachten?

Neben allgemeinen Hinweisen zur Individualhygiene sollten Sie auch einige Besonderheiten bei der Pflege einzelner Körperregionen bei der täglichen Hygiene in der häuslichen Pflege beachten:

  • Mund- und Zahnhygiene: Der Mundraum gilt als Einfallstor für Viren und Bakterien. Zugleich können bestimmte Medikamente (z. B. Diabetika, ACE-Hemmer oder Schmerzmedikamente) die Bildung von Karies fördern. Schließlich fehlt vielen Pflegebedürftigen auch die notwendige Feinmotorik für die Zahnpflege. Der Mund- und Zahnhygiene kommt daher eine sehr hohe Bedeutung zu. Nutzen Sie dafür Handschuhe, insbesondere dann, wenn Sie Ihr Familienmitglied beim Offenhalten des Mundes unterstützen müssen. Verwenden Sie für die Gebiss- und Zahnpflege nach Möglichkeit eine elektrische Zahnbürste, da diese eine gründlichere Reinigung ermöglicht. Nutzen Sie außerdem Zwischenraumbürsten und Zahnseide. Achten Sie auch auf eine regelmäßige Reinigung der Zunge – bei Bedarf mithilfe eines Zungenschabers. Verwenden Sie ausreichend Wasser und bieten Sie Ihrem Familienmitglied z. B durch die Nutzung von Nierenschalen auch bei der Pflege im Bett die Möglichkeit zur Mundspülung. Sollte eine gewöhnliche Zahnreinigung nicht mehr möglich sein, verwenden Sie Tees und entzündungshemmende Lösungen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber “Zahnpflege im Alter
  • Intimpflege: Bei vernachlässigter Hygiene kann der Intimbereich zu einem Nährboden für Bakterien werden und so Erkrankungen fördern. Die Intimpflege ist daher unerlässlich für eine gute Körperhygiene. Sind keine Verletzungen oder offene Stellen ersichtlich, müssen nicht zwingend Handschuhe genutzt werden. Achten Sie aber auf das gründliche Händewaschen vor und nach der Intimpflege. Für die Pflege können Sie weiche Waschlappen verwenden, die Sie unbedingt nach jeder Reinigung wechseln müssen.
    Achten Sie bei Waschlotionen darauf, dass diese für die Intimpflege geeignet sind, um die empfindliche Flora der Schleimhäute nicht zu irritieren.
  • Hautfalten: Werden Hautfalten beim Waschen und Abtrocknen nicht ausreichend gepflegt, können Sie aufgrund des feucht-warmen Klimas schnell zu einer Brutstätte für Pilze und Bakterien werden. Zudem können sich hier leicht Rötungen, Hautreizungen und offene Stellen entwickeln. Achten Sie daher auf eine gute Pflege der entsprechenden Körperfalten, z. B. unter den Achseln, an Fingern und Zehen, im Intimbereich und der Gesäßfalte sowie bei Brust- und Bauchfalten – insbesondere bei übergewichtigen Personen.
  • Ohrenpflege: Unzureichend gewaschene Ohren oder zu viel Ohrenschmalz in den Gehörgängen können nicht nur eine Ursache für Altersschwerhörigkeit sein, sondern auch Infektionen begünstigen. Reinigen Sie die Ohrmuschel Ihres Familienmitgliedes daher innen und außen vorsichtig mit warmem Wasser. Dafür benötigen Sie keine Handschuhe, das gründliche Händewaschen vor und nach der Pflege genügt. Ohrenstäbchen sollten Sie dagegen nur sehr behutsam einsetzen, da diese ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko (Perforierung des Trommelfells) mit sich bringen. Kontrollieren Sie zudem auch Hörgeräte täglich auf Verschmutzungen.

Spezialfall Musa – Hygiene im Umgang mit multiresistenten Bakterien

Auch Pflegebedürftige in der häuslichen Pflege sind gelegentlich von einem Befall mit multiresistenten Keimen betroffen, die sich „immun“ zeigen gegen eine Antibiotikabehandlung. Die Übertragung mit den Bakterien, die in der Fachwelt auch als methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus – kurz Musa – bezeichnet werden, findet oft in Kliniken statt. Weil Antibiotika nicht wirksam sind, leiden die Betroffenen meist sehr lange oder sogar dauerhaft unter dem Bakterienbefall in bestimmten Körperregionen, z. B. in Nebenhöhlen oder in der Nase. Da eine Übertragung an Pflegepersonen nur selten stattfindet, sind in der häuslichen Pflege nicht allzu viele Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Allerdings sind beim Kontakt zu Risikogruppen, wie z. B. zu Dialysepatient*innen, Babys oder Schwangeren besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Weitere Hinweise bietet eine entsprechende Informationsbroschüre des Robert-Koch-Instituts.

Wie gelingt der Selbstschutz bei der Hygiene in der häuslichen Pflege?

Ein hoher Selbstschutz bei der Hygiene in der häuslichen Pflege hat nichts mit übertriebener Vorsicht zu tun. Im Gegenteil: Er trägt dazu bei, eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden. Damit dient er nicht nur Ihrer Gesundheit, er kann auch Ihr Familienmitglied vor einer Infektion mit eingeschleppten Erregern schützen. Denn in der Regel haben pflegende Angehörige erheblich mehr soziale Kontakte als die gepflegte Person und können so leicht Krankheitserreger an diese übertragen.

  • Händewaschen: Da die meisten Infektionskrankheiten über die Hände übertragen werden, ist das Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit Ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied eine der wichtigsten Maßnahmen für eine gute Hygiene in der häuslichen Pflege. Verwenden Sie für das Händewaschen hochwertige Lotionen, um eine Austrocknung Ihrer Hände vorzubeugen.
  • Einmalhandschuhe: Das Tragen von Handschuhen ist nicht während des gesamten Pflegealltags nötig. Sie sollten jedoch immer dann Handschuhe tragen, wenn sie mit Wunden, Blut, Erbrochenem oder Ausscheidungen in Kontakt kommen.
  • Handdesinfektion: Eine regelmäßige Desinfektion der Hände mindert das Risiko, Krankheitserreger, Viren oder Pilze zu übertragen. Besonders im Krankheitsfall ist das Desinfizieren auch in der häuslichen Pflege äußerst wichtig. Die Händedesinfektion kann zusätzlich zum Händewaschen erfolgen, darf dieses aber keinesfalls ersetzen. Nutzen Sie die Handdesinfektion allerdings nicht „inflationär“, da dies sonst zu Hautirritationen führen kann.
  • Mundschutz / FFP2-Maske: Im normalen Pflegealltag ist das Tragen einer Maske nicht erforderlich. Liegt der Verdacht oder die Diagnose einer ansteckenden Krankheit vor, ist es zum beiderseitigen Schutz jedoch ratsam, einen medizinischen Mundschutz oder sogar eine FFP2-Maske zu tragen.
  • Einmalkittel: Kitteln und Schürzen kommen in der häuslichen Pflege meist nur punktuell oder bei spezifischen Krankheitsbildern nach ärztlichem Rat zum Einsatz. Sie können jedoch helfen, einen möglichen Kontakt mit Blut, Urin oder Stuhl zu vermeiden.

Welche Hygienemaßnahmen sollten im häuslichen Umfeld getroffen werden?

Flächen- oder Kontaktübertragungen, also Infektionen, bei denen sich Menschen durch den Kontakt mit einem kontaminierten Gegenstand oder einer unreinen Oberfläche infizieren, sind zwar deutlich seltener als direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch. Sie stellen aber dennoch ein nicht unerhebliches Infektionsrisiko dar. Daher sollten Sie neben der Körperhygiene auch großen Wert auf eine gute Hygiene im Haushalt der pflegebedürftigen Person legen.

  • Bett und Bettwäsche: Sofern nicht durch Harninkontinenz oder andere Diagnosen ein häufigerer Wechsel erforderlich ist, sollten Sie die Bettwäsche Ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds alle zwei Wochen austauschen, bei starker Hitze oder im Krankheitsfall jedoch am besten wöchentlich. Achten Sie zudem darauf, den Bezug der Matratze regelmäßig zu säubern. Waschen Sie die Bettwäsche bei 60 Grad, um Keime und Bakterien abzutöten. Ein Matratzenschutz kann das Eindringen von Flüssigkeiten wie Schweiß und Urin in die eigentliche Matratze verhindern und so zu einem besseren Wohlgefühl beitragen, er sollte aber unbedingt luftdurchlässig sein. Um die Belüftung der Matratze sicherzustellen, sollten Sie diese außerdem regelmäßig wenden.
  • Küche: Waschen Sie vor dem Betreten der Küche die Hände, sodass möglichst wenig Krankheitserreger in die Küche gelangen. Wechseln Sie Schwämme und Lappen wöchentlich aus. Reinigen Sie Bürsten regelmäßig mit heißem Wassern und erneuern Sie auch diese bei Bedarf. Wechseln Sie alle Hand- und Geschirrtücher mindestens zweimal pro Woche.
  • Bad: Reinigen Sie die Waschbecken, Dusche, Badewanne und Toilette mit verschiedenen Lappen. Wechseln Sie Handtücher mindestens zweimal pro Woche und die Toilettenbürste oder deren Bürstenkopf alle 6 Monate.

Die 24 h Pflege zu Hause: Für ein Plus an Hygiene in der häuslichen Pflege

Für eine gute Hygiene in der häuslichen Pflege genügt meist eine hohe Achtsamkeit der Pflegeperson sowie eine gut eingespielte Pflegeroutine. Dennoch können gerade die Hygieneanforderungen an den Haushalt der pflegebedürftigen Person zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Die Pflegekräfte der 24 h Pflege zu Hause kann Sie bei dieser Aufgabe ebenso wie in der eigentlichen Pflege wirksam entlasten. Da alle Betreuungskräfte der 24 h Pflege gut geschult sind in Fragen der Hygiene werden sie im Pflegealltag allen Anforderungen an hygienische Standards umfassend gerecht wird.