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Ratgeber

Smart Home für Senioren und Seniorinnen: So unterstützt eine intelligente Hausautomation Pflegebedürftige im Alltag

Smart Home ist seit Jahren im Trend. Der Handel bietet ständig neue Produkte, die versprechen, das eigene zu Hause intelligent zu steuern. Dabei geht es längst um mehr als Spielerei. Denn auch im Pflegealltag kann eine intelligente Hausautomation vielfältige Erleichterungen schaffen und den Alltag für Pflegebedürftige und Pflegende gleichermaßen vereinfachen. Im Beitrag erläutern wir Ihnen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für eine intelligente Hausautomation im Alltag von Pflegebedürftigen und zeigen außerdem, worauf Sie als Pflegepersonen bei der Verwendung der smarten Helfer achten sollten.

Smart Home ist seit Jahren im Trend. Der Handel bietet ständig neue Produkte, die versprechen, das eigene zu Hause intelligent zu steuern. Dabei geht es längst um mehr als Spielerei. Denn auch im Pflegealltag kann eine intelligente Hausautomation vielfältige Erleichterungen schaffen und den Alltag für Pflegebedürftige und Pflegende gleichermaßen vereinfachen. Im Beitrag erläutern wir Ihnen verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für eine intelligente Hausautomation im Alltag von Pflegebedürftigen und zeigen außerdem, worauf Sie als Pflegepersonen bei der Verwendung der smarten Helfer achten sollten.

Was ist Smart Home und welche Vorteile bietet es?

„Cleveres Zuhause“ – So lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs Smart Home. Gemeint ist die automatisierte und vernetzte Steuerung von Elektroinstallationen und Haushaltsgeräten. Was zunächst nach einem netten Luxus klingt, kann das Leben älterer Menschen auf vielfältige Weise erleichtern.

  • Mehr Komfort: Eine intelligente Hausautomation kann Alltagsprozesse erleichtern. Vor allem bewegungseingeschränkte Menschen profitieren von der automatisierten Bedienung von Rollläden, Licht und Heizung sowie der komfortablen Haussteuerung per Sprachbefehl und App.
  • Mehr Sicherheit: Smarte Installationen können die Sicherheit im Haus erhöhen, indem sie beispielsweise ungewöhnliche Bewegungen im Außenbereich, aber auch mögliche Gefahrenquellen wie Rauch oder Wasseraustritte im Inneren erkennen. Mit den richtigen Tools können sogar Stürze erkannt und Hilfe automatisch alarmiert werden.
  • Mehr Selbstständigkeit: Die einfache Bedienung der Hauselektronik stärkt die Selbstständigkeit, Security-Tools erhöhen das Sicherheitsgefühl. So kann eine durchdachte Hausautomation dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbstbestimmt zu Hause leben können.
  • Mehr Energieeffizienz: Die Überwachung des Energieverbrauchs ist mit Smart Home bequem möglich. Dadurch können energieintensive Geräte besser erkannt und vor allem nur dann angeschaltet werden, wenn sie wirklich laufen sollen.
  • Mehr Entlastung: Auch pflegende Angehörige können von smarten digitalen Helfern profitieren. So entlasten beispielsweise Überwachung- und Erinnerungstools Pflegepersonen, die nicht ständig selbst vor Ort sein können. Intelligente Haushaltsgeräte unterstützen bei der Haushaltsführung.

Smart Home und Hausautomation: Was ist der Unterschied?

Als Smart Home werden meist einzelne, intelligente Geräte oder Anwendungen bezeichnet, die den Alltag erleichtern sollen – etwa smarte Lampen, Steckdosen oder Sprachassistenten. Diese Systeme lassen sich oft einfach nachrüsten und per App oder Sprachbefehl steuern. Eine echte Hausautomation geht darüber hinaus: Sie vernetzt die Steuerung mehrerer Funktionen im Haus – von Licht und Heizung bis hin zu Sicherheitssystemen. Im Idealfall werden alle Komponenten automatisiert und zentral gesteuert.

Beispiele für die Anwendung von Smart Home für Senioren und Seniorinnen

Die Einsatzmöglichkeiten von smarten Haushaltshilfen und intelligent gesteuerten Geräten wachsen stetig. Für nahezu jeden Lebensbereich lässt sich mittlerweile ein cleveres Tool finden, dass Unterstützung und Erleichterung verspricht. Allerdings erscheinen nicht alle Tools gleichermaßen sinnvoll für die Bedürfnisse älterer Menschen. Nachfolgend möchten wir Ihnen deshalb einige Anwendungen vorstellen, die für den Haushalt pflegebedürftiger Menschen besonders sinnvoll sein können.

Sprachassistenten

Systeme zur Sprachsteuerung wie „Alexa“ von Amazon oder „Siri“ von Apple sind vielen Menschen ein Begriff. Sie bieten Erleichterungen für viele Alltagsaufgaben. So lassen sich beispielsweise entsprechend vorbereitete Haushaltsinstallationen wie Beleuchtung, Beschattung oder Heizung per Sprachbefehl steuern. Die cleveren Assistenten können aber auch Adressbücher verwalten, Notizen aufnehmen oder Erinnerungen ansagen.

Allerdings sollte der Umgang mit Sprachassistenten zunächst spielerisch mit einfachen Tools wie zum Beispiel dem Abspielen eines Podcast getestet werden, bevor wichtigere Prozesse im Alltag damit gekoppelt werden. Zudem versteht es sich von selbst, dass Sprachassistenten nur für ältere Menschen sinnvoll sind, die sich entsprechend deutlich artikulieren können.

 Alltagstipps

  • Gerät richtig einrichten: Achten Sie auf ein sinnvolles Weckwort, eine passende Mikrofonposition und möglichst geringe Umgebungsgeräusche, damit der Sprachassistent Befehle zuverlässig erkennt.
  • Kurzbefehle und Routinen nutzen: Erstellen Sie einfache Abläufe, mit denen sich mehrere Aufgaben gleichzeitig steuern lassen. Verbinden Sie beispielsweise mit dem Kurzbefehl „Alexa, mach die Abendstimmung an.“ das Absenken der Rollläden, das Einschalten des Lichtes und – falls gewünscht – das Abspielen von entspannter Musik.
  • Klare Sprache verwenden: Formulieren Sie kurze, eindeutige Befehle und vermeiden Sie doppeldeutige Begriffe, damit der Assistent die Anweisungen sicher versteht.

Smarte Beleuchtung

Die Möglichkeiten der Hausautomation im Bereich Beleuchtung sind vielfältig. So können beispielsweise Präsenzmelder je nach Tageszeit unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen. Besonders bewährt haben sich dabei sanfte Lichtstimmungen in der Nacht, die entlang von Fluren und Treppen für Orientierung sorgen und Stürze verhindern, die jedoch nicht so hell sind, dass man bei einem nächtlichen Toilettengang von grellem Licht geblendet wird. Zudem kann die Beleuchtung so programmiert, dass sie sich automatisch zu bestimmten Zeiten ein- oder ausschaltet. Das spart Energie, falls das Ausschalten des Lichts doch einmal vergessen wird.

Alltagstipps:

  • „Weniger ist mehr“: Verwenden Sie nur wenige, gut abgestimmte Lichtstimmungen. Zu viele wechselnde Szenen können pflegebedürftige Personen eher beunruhigen als entspannen.
  • Sensoren gezielt platzieren: Achten Sie darauf, dass Präsenzmelder an den richtigen Stellen montiert werden – etwa in Fluren und Treppenbereichen oder am Bett. Lassen Sie sich im Zweifel fachlich beraten, um Fehlfunktionen zu vermeiden.
  • Abwesenheitssimulation nutzen: Viele Systeme können das Licht automatisch ein- und ausschalten, um Anwesenheit vorzutäuschen. Das schreckt potenzielle Einbrecher ab und verbessert so das Sicherheitsgefühl.

Beschattung und Heizung

Auch Rollläden, Jalousien und Heizungen lassen sich komfortabel und intelligent steuern. Automatische Systeme reagieren beispielsweise auf Tageszeit, Sonneneinstrahlung oder Raumtemperatur und sorgen so für ein angenehmes Wohnklima – ohne ständiges Nachregulieren per Hand. Morgens öffnen sich Rollläden automatisch, um zu einer festgelegten Uhrzeit Tageslicht hereinzulassen, während sie sich bei starker Sonneneinstrahlung oder abends selbstständig schließen. Auch eine individuelle Programmierung für jeden einzelnen Raum ist problemlos möglich. Ebenso kann die Heizung bedarfsgerecht gesteuert werden. Sie senkt die Temperatur ab, wenn niemand zu Hause ist, und sorgt rechtzeitig für wohlige Wärme vor der Rückkehr. Das spart Energie und erhöht gleichzeitig den Komfort.

Alltagstipps:

  • Automatische Zeitsteuerung nutzen: Legen Sie feste Zeiten für das Öffnen und Schließen der Rollläden sowie für die Heizphasen fest. So läuft alles wie von selbst.
  • Temperaturzonen einrichten: Heizen Sie nur die Räume, die wirklich genutzt werden. Smarte Thermostate ermöglichen individuelle Einstellungen für jeden Raum.
  • Sonnen- und Wettersensoren aktivieren: Lassen Sie die Beschattung automatisch auf Sonne oder Hitze reagieren. So können die Räume auf natürliche Weise klimatisiert werden.

Zutrittssteuerung

Smarte Türsysteme lassen sich bequem und seniorenfreundlich ohne Schlüssel bequem per App, Zahlencode, Fingerprint oder NFC-Chip öffnen. Besonders für Menschen mit Demenz kann die Chipfunktion sehr sinnvoll sein. Denn NFC-Chips können bei Verlust einfach deaktiviert werden. So bleibt das Zuhause sicher, ohne dass jedes Mal das Schloss ausgetauscht werden muss. Weitere smarte Funktionen sind beispielsweise ein Notfallcode, mit dem Angehörige, Nachbarn oder der Pflegedienst in Notsituationen die Tür öffnen können oder die automatisierte Türöffnung für Rettungskräfte bei der Aktivierung des Hausnotrufs.

Alltagstipps:

  • Zutritt individuell steuern: Smart-Home-System geben Ihnen die Möglichkeit, genau anzugeben, welche Personen wann und in welchem Zeitraum die Eingangstür einmalig oder auch regelmäßig öffnen können.
  • Benachrichtigungen einrichten: Lassen Sie sich z. B. bei Pflegebedürftigen mit einer anfänglichen Demenz informieren, wenn die Haustür zu ungewöhnlichen Zeiten geöffnet wird – das schafft Sicherheit für alle Beteiligten.
  • Notfallplan entwickeln: Auch wenn smarte Türsysteme sehr zuverlässig sind, sollte es immer einen Plan B geben. Überlegen Sie, wie der Zutritt möglich bleibt, falls der Strom und damit das Netzwerk einmal ausfallen, etwa durch einen Ersatzschlüssel, der bei einer Vertrauensperson hinterlegt.

Notrufsysteme

Hausnotrufsysteme für Senioren und Seniorinnen sind ein wichtiges Instrument, um die Selbstständigkeit von alleinlebenden älteren Menschen zu stärken. Smarte Tools wie intelligente Armbänder erkennen beispielsweise Stürze und andere ungewöhnliche Ereignisse, lösen automatisch einen Alarm aus und stellen eine Sprachverbindung zu einer voreingestellten Kontaktperson oder einer Notrufzentrale her.

Viele Systeme funktionieren als eigenständige Lösungen, einige lassen sich inzwischen jedoch auch mit Smart-Home-Komponenten wie z. B. Amazons Alexa verbinden.
Andere Modelle sind noch stärker mit der Hausautomation verknüpft und können so im Notfall das Licht einschalten, die Türen für Rettungskräfte entriegeln oder eine Sprachverbindung über den Smart Speaker herstellen.
Auch einige Sprachassistenten und smarte Kamerasysteme bieten Notruffunktionen, wie beispielsweise das automatische Versenden einer Benachrichtigung an eine Kontaktperson bei ungewöhnlicher Aktivität.

Alltagstipps:

  • Regelmäßig testen: Überprüfen Sie spätestens alle 14 Tage, ob das Notrufsystem korrekt funktioniert. Achten Sie vor allem auf volle Akkus und eine stabile Internetverbindung.
  • Testalarm einführen: Vereinbaren Sie mit Ihrem Familienmitglied, in einem festgelegten Zeitraum einen Testalarm auszulösen. So stärken Sie dessen Gewissheit, dass im Alarmfall wirklich Hilfe kommt. (Sollte eine Notrufzentrale in System eingebunden sein, müssen Sie diese natürlich vorher informieren.)
  • Smart Watch nutzen: Verfügt Ihr Familienmitglied bereits über eine Smart Watch, so können Sie prüfen, ob diese als Notrufknopf genutzt werden kann. Intelligente Warches verfügen über Funktionen wie beispielsweise eine Sturzerkennung oder einen Alarmmodus.

Haushaltroboter

Für Pflegepersonen ist die Haushaltsführung für eine pflegebedürftige Person ein hoher zusätzlicher Aufwand zur eigentlichen Pflege. Für Erleichterung können smarte Haushaltshelfer sorgen. Zu ihnen gehören Staubsauger- und Wischroboter, aber auch intelligente Küchenmaschinen, die die notwendigen Handgriffe für das Zubereiten von Speisen minimieren. In Häusern und Wohnungen mit großflächigen Fenstern oder Glasfassaden können auch Fensterputzroboter sinnvoll sein, ebenso wie Rasenmähroboter bei Gärten mit größeren Rasenflächen.
Beachten Sie aber insbesondere beim Einsatz von Robotern im Haus, dass die smarten Helfer hin und wieder auch gewartet werden müssen oder Probleme bei der Benutzung aufweisen. Setzen Sie die Roboter daher nur ein, wenn sich die pflegebedürftige Person damit sicher fühlt oder Sie selbst in der Nähe sind, um bei Problemen schnell eingreifen zu können.

Alltagstipps:

  • Feste Einsatzzeiten planen: Legen Sie regelmäßige Reinigungszeiten fest, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Nutzen Sie beispielsweise Ruhezeiten, sofern die Lautstärker der Roboter nicht die Ruhe stört. Oder lassen Sie die Reinigung starten, während Sie die die pflegebedürftige Person baden oder gemeinsam in anderen Räumlichkeiten sind.
  • Umgebung prüfen: Gehen Sie immer mal wieder durchs Haus, um Hindernisse für den Roboter zu entfernen oder Kabel zu richten.
  • Pragmatisch bleiben: Haushaltsroboter können den Alltag erleichtern, aber keine Tiefenreinigung ersetzen. Treiben Sie Ihre Mühen bei der Konfiguration daher nicht zur Perfektion. Die Reinigung schwieriger Stellen und Detailarbeiten müssen meist ohnehin von Hand erledigt werden.

Weitere smarte Tools für das Zuhause pflegebedürftiger Menschen

Neben Smart-Home-Gadgets, die in vielen Haushalten eingesetzt werden können, gibt es einige clevere Hilfsmittel, die besonders für das zu Hause ältere Menschen geeignet sind. Einige Komponenten lassen sich mittlerweile gut in die Hausautomation integrieren.

  • Smarte Erinnerungen: Clevere Erinnerungstools können ältere Menschen helfen, an wichtige Termine, die die Medikamenteneinnahme oder Ereignisse im Tagesablauf zu denken. Mit Apps auf dem Smartphone oder Tablet oder über Sprachassistenzen können optische, akustische oder auch haptische Erinnerungen aktiviert werden.
  • Abschaltautomatiken: Intelligente Abschaltautomatiken sorgen dafür, dass Geräte wie Herd und Bügeleisen nach einer bestimmten Zeit automatisch abgeschaltet werden. Besonders praktisch sind auch Nachrüstlösungen, die an bestehende Geräte angeschlossen werden. Die cleveren Helfer erhöhen so nicht nur das Sicherheitsgefühl von Pflegebedürftigen und Angehörigen, sie minimieren auch das Risiko für Wohnungsbrände und andere Gefahren.
  • Smarte Medikamentendosen: Intelligente Tablettenspender können pflegebedürftige Menschen nicht nur an die Einnahme der Medikamente erinnern, sondern auch Fehleinnahme vermeiden. Einige Modelle verfügen zudem über eine Benachrichtigungsfunktion für Pflegepersonen, wenn beispielsweise ein Fach nicht geöffnet wurde.
  • Alarmtrittmatten: Alarmtrittmatten sind druckempfindliche Matten, die vor Türen, Betten oder anderen kritischen Stellen im Haus platziert werden. Sie senden automatisch einen Alarm an eine Kontaktperson, sobald sie betreten werden. Besonders bei Menschen mit Demenz sind sie sinnvoll, um zu verhindern, dass die Person unbeaufsichtigt das Haus verlässt und sich in Gefahr bringt.

Alltagstipps:

  • Erinnerungen an Rituale koppeln: Lassen Sie Erinnerungen immer dann ertönen, wenn ohnehin eine feste Aktivität ansteht – etwa zum Frühstück oder zur Abendnachricht. So fügt sich die Technik unauffällig in den Alltag ein.
  • Ruhezeiten berücksichtigen: Stellen Sie akustische Signale so ein, dass sie während der Mittagsruhe oder nachts nicht stören (sofern es sich nicht um wichtige Alarme handelt). Viele Geräte bieten Vibration oder Lichtsignale als leise Alternative.
  • Nachtaktivitäten absichern: Platzieren Sie Alarmtrittmatten oder Bewegungssensoren gezielt an Wegen zur Haustür oder möglichen Gefahrenquellen – ggf. auch vor dem Bad. So werden Sie nachts im Bedarfsfall unauffällig informiert und können leichter nach dem Rechten sehen.

Ein intelligenter Fußboden entsteht

Im Forschungsprojekt SensFloor, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird, entsteht derzeit ein intelligenter Fußboden, der mehr Sicherheit im Alltag älterer und pflegebedürftiger Menschen schaffen soll.

In den Boden sind Sensoren eingebaut, die Bewegungen und Stürze erkennen. So kann das System zum Beispiel automatisch das Licht einschalten, wenn jemand nachts aufsteht, oder im Notfall selbstständig einen Alarm auslösen.

Der Vorteil: Der Fußboden funktioniert unauffällig im Hintergrund – ganz ohne Kameras oder tragbare Geräte.

Überwachungskameras – Ja oder nein?

Kameras spielen in der Hausautomation eine wichtige Rolle, sei es als Videotürklingel oder Sicherheitskamera im Außenbereich oder als intelligenter Bewegungsmelder im Innenraum. Gerade für pflegende Angehörige, die nicht unmittelbar in der Nähe der pflegebedürftigen Person wohnen, können Kamerasystem eine wichtige Hilfe sein, um zu überprüfen, ob ihr Familienmitglied wohlauf ist oder Hilfe benötigt. Ebenso können Kamerasysteme bei demenziell erkrankten Menschen eine gute Möglichkeit sein, um gefährliche Situation zu erkennen und einzuschreiten. Kameras können somit das Sicherheitsgefühl für Angehörige, aber auch für die betreuten Menschen selbst erhöhen.

Zugleich ist die Überwachung einer Person mit einer Kamera ein schwerer Eingriff in deren Privatsphäre, für den es triftige Gründe geben muss. Bei zustimmungsfähigen Personen muss daher immer das Einverständnis der Betroffenen eingeholt werden. Bei Personen, die ihre Zustimmung nicht selbst erklären können, sollten Kamerasysteme behutsam und nur in bewegungsstarken Bereichen wie zum Beispiel dem Flur eingesetzt werden. Zudem sollten die Kameras kein Bildmaterial aufzeichnen, sondern ein Livebild senden. Kommen Kamerasysteme mit einer Bewegungserkennung zum Einsatz, sollten die entsprechenden Videosequenzen über sichere Kanäle übertragen und die Sequenzen möglichst kurzgehalten werden.

Smart Home für Senioren und Seniorinnen – Einsatz mit Sinn und Verstand

Die bereits dargestellten Anwendungsfälle zeigen, wie vielseitig und sinnvoll Smart-Home-Systeme in den Alltag ältere Menschen integriert werden können. Gleichzeitig finden sich im Handel auch viel „Smart-Home-Schnickschnack“. Es versteht sich von selbst, dass ein Übermaß an Hausautomation und viele Spielereien für ältere Menschen nicht sinnvoll sind. Für die Planung der Hausautomation sollte daher auch bei technikaffinen Angehörigen immer zuerst Probleme aus dem Alltag der pflegebedürftigen Person identifiziert werden, wie beispielsweise vergessene Elektrogeräte oder Einschränkungen in der Beweglichkeit. Smart-Home-Lösungen sollten dann immer als konkrete Problemlöser zum Einsatz kommen. Ansonsten besteht leicht die Gefahr, dass die gut gemeinten Helfer den Alltag eher verkomplizieren als vereinfachen und damit zu einer Belastung für Pflegebedürftige werden.

Einen spannenden Einblick zum Einsatz von smarten Helfern im Alltag von älteren Menschen bietet ein Video des Magazins heise & c´t.

Hausautomation für Pflegebedürftige: Praktische Tipps für den Einstieg

Für viele ältere Menschen ist Smart Home etwas Neues, das sie erst kennenlernen müssen. Es ist daher wichtig, Pflegebedürftige behutsam an mögliche Veränderungen heranzuführen und ihre Bedenken ernst zu nehmen, damit diese nach und nach die Chancen der Smart Helfer entdecken können:

  1. Klein anfangen: Beginnen Sie zunächst mit einem einfachen smarten Einstiegssystem, beispielsweise einem Sprachassistenten. Achten Sie allerdings darauf, dass die Geräte zu einem gemeinsamen System oder Standard gehören (siehe Punkt 2), sodass bei einer möglichen Weiterentwicklung keine Kompatibilitätsprobleme entstehen. Sie können Ihr Smart Home gemeinschaftlich und bedarfsgerecht ausbauen.
  2. Gründlich planen: Bevor Sie eine Hausautomation planen, sollten Sie einige wichtige Überlegungen treffen: Mit welchen Endgeräten soll die entsprechende Anwendung kompatibel sein? Welche Komponenten sollen zusammenspielen? Wie sollen sie verbunden werden (kabelgebunden oder per Funk)? Wie möchten Sie das System vielleicht nach einer erfolgreichen Testphase weiterentwickeln? Je mehr Aspekte Sie in der Planungsphase bedenken, umso weniger Ärger müssen Sie später bei einer Veränderung des Systems zu befürchten. Lassen Sie sich bei Bedarf beraten.
  3. Den Fachhandel oder Beispielhaushalte besuchen: Bevor Sie selbst einen Alltagsvorgang durch einen smarten Helfer erleichtern, sollten Sie Ihrem Familienmitglied die Möglichkeit geben, die Funktionen des Gerätes kennen zu lernen. Machen Sie dazu nach Möglichkeit einen Besuch im Fachhandel, laden Sie sich bei Menschen ein, die vielleicht schon ein entsprechendes Tool nutzen, oder schauen Sie gemeinsam entsprechende Erklärvideos im Internet.
  4. Förderungen nutzen: Einige Kranken. und Pflegekassen unterstützen die Anschaffung von Smart-Home-Systemen finanziell , wenn diese als „wohnumfeldverbessernde Maßnahme“ eingestuft werden. Beantragen Sie mögliche Zuschüsse vor Anschaffung, um Kosten zu reduzieren.
  5. Eine Testphase einführen: Geben Sie Ihrem Familienmitglied die Möglichkeit, die neuen smarten Helfer kennen zu lernen. Vereinbaren Sie beispielsweise für zwei Wochen eine Testphase. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, einen smarten Helfer aus dem eigenen Haushalt zu verwenden oder sich ein Produkt bei Bekannten auszuleihen.

6. Auf Wünsche eingehen: Probieren Sie die Technik gemeinsam mit Ihrem Familienmitglied aus und passen Sie die Einstellungen an individuelle Bedürfnisse an. Haben Sie Geduld, wenn ein intelligenter Helfer nicht von Anfang an vollumfänglich genutzt wird und Ihr Familienmitglied erst mit ihm warm werden muss.

7. Stolperfallen vermeiden: Achten Sie bei der Installation neuer Geräte darauf, dass keine Kabel im Weg liegen. Kabellose oder solarbetriebene Geräte eignen sich gut für leicht zugängliche Bereiche, da sie flexibel eingesetzt werden können. An schwer zugänglichen Stellen sind fest verkabelte Geräte sinnvoll, um den Aufwand für Batteriewechsel zu vermeiden. Planen Sie die Platzierung der Geräte und ihrer Kabelweg sorgfältig, um spätere Probleme zu vermeiden. 

8. Auf eine einfache Bedienung achten: Ein schönes Design ist großartig, im zu Hause von älteren Menschen aber nicht das entscheidende Kriterium. Achten Sie daher auf Produkte mit einer einfachen Bedienbarkeit – idealerweise mit nur wenigen Tasten oder einer Sprachfunktion. Denn nur eine gute Bedienbarkeit sorgt für die entsprechende Akzeptanz bei Ihrem Familienmitglied.    

9. Notfall-Feedback: Viele Smart-Home-Technologien laufen über das Internet, wodurch eine Fernsteuerung möglich wird. Wichtige Anwendungen wie die Steuerung der Beleuchtung oder des Türschlosses sollten jedoch so installiert werden, dass sie auch ohne Internetanschluss stabil im heimischen Netzwerk funktionieren. Denken Sie auch an eine Notfalllösung bei Stromausfall (z. B. durch eingesteckte Lampen mit eigenem Schalter, batteriebetriebene Notfallleuchten oder Schlüssel).  

10. Einem Krisenplan aufstellen: Die Beleuchtung spielt nachts um drei verrückt. Der Staubsaugerroboter hat sich an den Teppichfranzen festgefahren. Der Sprachassistent spielt die falsche Musik ab. – Auch wenn viele smarte Gadgets sehr zuverlässig funktionieren, bleiben Fehlfunktionen nicht aus. Bereiten Sie Ihr Familienmitglied auf mögliche Probleme vor, besprechen Sie, was im Bedarfsfall zu tun ist, und signalisieren Sie, dass Sie in solchen Situationen ansprechbar sind und gerne helfen,

11. Qualitäts-Check: Kaufen Sie nur Geräte von vertrauenswürdigen Herstellern. Achten Sie auf Sicherheits- oder TÜV-Siegel. Legen Sie zudem Wert auf die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards . Auch hier ist der Blick auf entsprechende Siegel empfehlenswert, um das Risiko eines Datenmissbrauchs oder eines Datenabflusses an unsichere Server so gering wie möglich zu halten. Installieren Sie das System nach Möglichkeit in einer geschützten Umgebung. Hilfreiche Information dazu bietet ein Ratgeber des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.  

12. Instandhaltung/ Wartung: Überprüfen und pflegen Sie Ihre smarten Helfer regelmäßig entsprechend der Herstellervorgaben, um Anwendungsprobleme zu minimieren und Ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied den entsprechenden Stress zu ersparen.  

13. Ablehnung akzeptieren: Seien Sie dafür offen, dass ihr Familienmitglied die smarte Unterstützung ablehnt. Entscheidend ist, wie die pflegebedürftige Person ihren Alltag nach ihrem eigenen Empfinden möglichst gut bewältigen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie als außenstehende Person die Alltagsabläufe umständlich oder mühsam finden.   

Selbst machen oder machen lassen?

Kleine smarte Geräte können in der Regel ohne großes Vorwissen selbst eingerichtet werden. Sollten Sie allerdings unsicher sein oder sich die Inbetriebnahme nicht selbst zumuten wollen, ist der Kontakt zum Fachpersonal empfehlenswert. Bedenken Sie, dass Sie als Pflegeperson schon genügend Belastungen tragen und sich nicht zusätzlich noch mit Fehlfunktionen beim Staubsaugerroboter oder der fehlerhaften Programmierung einer intelligenten Lampe herumschlagen müssen. Vielleicht haben Sie einen „Techie“ in Ihrer Familie, der Sie bei der Einrichtung und Unterhaltung der Systeme gerne unterstützt.

Bei komplexen und sicherheitsrelevanten Systemen wie elektrischen Türschlössern, vernetzten Alarm- oder Notrufsystemen oder einer umfangreicheren Hausautomation sollte immer ein Elektrofachbetrieb hinzugezogen werden. Werden Geräte von qualifizierten Firmen installiert, kann dies gegebenenfalls auch rechtliche Vorteile im Schadensfall bieten, da Sie bei einer Fehlfunktion nachweisen können, dass das Gerät sachgerecht installiert wurde. Zudem erhalten Sie so auch den entsprechenden Support, während Fachbetriebe bei Eigeninstallationen in der Regel keine Unterstützung bei der Fehlerbehebung leisten.