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Für ältere und pflegebedürftige Menschen kann die Hitze des Sommers besonders belastend sein, zumal Erfrischungsmöglichkeiten wie ein Sprung ins kühle Nass für sie meist nicht ohne Weiteres möglich sind. Allerdings bedeutet dies keinesfalls, dass Pflegebedürftige auf Abkühlung und Erfrischung gänzlich verzichten müssen. Denn mit den richtigen Ideen lassen sich auch bei Pflegebedürftigkeit sommerliche Badeerlebnisse gestalten.
Mit zunehmendem Lebensalter kann der Körper seine Temperatur schlechter regulieren als in jüngeren Jahren – aus verschiedenen Gründen: Ältere Menschen schwitzen meist weniger, die Haut wird schlechter durchblutet und die Blutgefäße reagieren langsamer auf Temperaturveränderungen. Überschüssige Wärme kann vom Körper dadurch nicht mehr so wirksam abgegeben werden. Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen Hitze und Durst weniger deutlich wahrnehmen. Sie trinken daher oft zu wenig oder bemerken erst spät, dass ihnen die hohen Temperaturen zusetzen. Das erhöht das Risiko für Kreislaufbeschwerden und andere hitzebedingte Gesundheitsprobleme.

Im Wasser entstehen besondere Bewegungs- und Sinneserfahrungen, von denen Menschen mit einer Behinderung auf vielfältige Weise profitieren können:
Zugegeben: Es mag herausfordernd klingen, mit einer pflegebedürftigen Person ein Schwimmbad zu besuchen. Doch gerade bei einer leichteren Pflegebedürftigkeit lässt sich ein gemeinsamer Badbesuch oft gut gestalten, wenn einige Hinweise beachtet werden.
1. Barrierearme Schwimmbäder: Nicht jedes Schwimmbad ist gleichermaßen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Eine Orientierung bei der Suche nach barrierearmen Bademöglichkeiten bieten Internetauftritte wie „Reisen für alle“ (mit dem Suchbegriff „Freibad“), wheelmap.org, baederleben.de oder das Schwimmbadlifter-Verzeichnis von handimove.de. Achten Sie bei der Suche nicht nur auf einen problemlosen Zugang zum Bad, sondern auch auf barrierefreie Umkleiden und Sanitäranlagen sowie einen geeigneten Beckeneinstieg. Da die Angaben in den Verzeichnissen nicht immer vollständig oder aktuell sind, empfiehlt sich vor dem Besuch zudem ein Anruf im Bad. Fragen Sie dabei gezielt nach Handläufen, einer Rampe, einer breiten, flachen Einstiegstreppe oder einem Beckenlift.

2. Seniorengerechte Schwimmhilfen: Je nach Mobilität und Gesundheitszustand können verschiedene Schwimmhilfen den Aufenthalt im Wasser sicherer und angenehmer machen. Besonders geeignet sind Auftriebsgürtel, Schwimmnudeln, seniorengerechte Schwimmwesten oder Schwimmbretter. Doch Achtung: Auch mit Schwimmhilfe sollte jederzeit eine Begleitperson in der Nähe bleiben.
3. Sorgfältige Planung: Eine gute Planung erleichtert Ihnen und Ihrem Familienmitglied den Badbesuch. Wählen Sie eine geeignete Uhrzeit, zum Beispiel in den kühleren Morgenstunden, in denen die meisten Bäder noch nicht zu voll sind. Achten Sie zudem auch auf Details wie die Lage des Parkplatzes, die Möglichkeiten zur Verpflegung und die Verfügbarkeit von Schattenplätzen. Da ein Badbesuch kräftezehrend ist, sollte er der einzige größere Programmpunkt für den Tag sein.
4. Positive Beschäftigung: Der Aufenthalt im Wasser bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich gut an die körperliche Fitness Ihres Familienmitgliedes anpassen lassen. Pflegebedürftige können nach Gegenständen greifen, einen Wasserball benutzen oder ihre Gelenke sanft im Wasser bewegen. Auch Schweben und der vertrauensvolle Körperkontakt im Wasser schaffen besondere Körpererfahrungen. Lassen Sie Ihrem Familienmitglied aber unbedingt genug Zeit, um sich an das Wasser zu gewöhnen.
5. Realistische Erwartungen: Es kann gut sein, dass Ihr Familienmitglied trotz sorgfältiger Vorbereitungen nur kurze Zeit im Wasser sein möchte. Lassen Sie sich davon nicht enttäuschen. Entscheidend ist, was Ihrem Familienmitglied Freude bereitet, auch wenn es nur die Füße ins kalte Wasser hält oder Spaß daran hat, das sommerliche Treiben aus einiger Distanz zu beobachten.
6. Nachträgliche Hautpflege: Chlorwasser kann die Haut austrocknen und reizen. Das betrifft ältere Menschen besonders, da ihre Haut dünner, trockener und empfindlicher ist. Nach dem Baden sollte das Chlor daher unter einer lauwarmen Dusche abgespült werden. Tupfen Sie die Haut anschließend vorsichtig trocken und tragen Sie eine parfümfreie, rückfettende Pflegecreme auf.

Beim Schwimmbadbesuch mit Ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied sollten folgende Utensilien nicht fehlen:
Nicht jede pflegebedürftige Person kann oder möchte ein Schwimmbad besuchen. Zudem fühlt sich nicht jede Pflegeperson wohl damit, einen solchen Ausflug zu begleiten. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Pflegebedürftige nicht doch in den Genuss von sommerlichen Wassererlebnissen kommen können. Denn auch zu Hause lassen sich mit etwas Kreativität erfrischende Abkühlungsmöglichkeiten gestalten.

Nicht jede pflegebedürftige Person empfindet die Hitze oder den Wunsch nach Abkühlung gleich. Einige ältere Menschen frieren selbst an warmen Sommertagen und erachten kühlende Anwendungen daher als unangenehm. Andere sind schlichtweg „wasserscheu“. Schließen Sie daher nicht von Ihrem eigenen Wärmeempfinden auf die Bedürfnisse Ihres Familienmitgliedes, sondern vergewissern Sie sich, ob eine Abkühlung tatsächlich willkommen ist. Bei offenen Wunden, akuten Infekten oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen sollten Sie auf intensivere Wasseranwendungen lieber verzichten.
Auch bettlägerige Menschen müssen an heißen Sommertagen nicht auf Abkühlung verzichten, denn mit einfachen Ideen lässt sich die willkommene Abkühlung auch ans Pflegebett bringen. Dabei steht allerdings weniger das „Baden“ als vielmehr das Erleben von Erfrischung, Entspannung und schönen Sinneserfahrungen im Fokus.

Der gemeinsame Badespaß ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die heißen Sommermonate auch bei Pflegebedürftigkeit miteinander zu genießen. In unserem Ratgeber „Sommerideen für Senioren“ finden Sie weitere Anregungen für abwechslungsreiche sommerliche Beschäftigungen mit Ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied.