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Ratgeber

Fußpflege im Alter: So unterstützen Sie die Fußgesundheit älterer Menschen

Gesunde Füße tragen uns durchs Leben – und das hoffentlich bis ins hohe Lebensalter. Allerdings verändern sich unsere Füße mit zunehmendem Alter: Sie werden empfindlicher und anfälliger für Beschwerden. Das kann die Mobilität und das Wohlbefinden älterer Menschen beeinflussen. Ältere Füße brauchen deshalb besondere Aufmerksamkeit und eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Fußpflege. Mit alltagsnahen Informationen und praktischen Tipps möchten wir Sie dabei unterstützen, die Fußgesundheit Ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds so lange wie möglich zu erhalten.

Gesunde Füße tragen uns durchs Leben – und das hoffentlich bis ins hohe Lebensalter. Allerdings verändern sich unsere Füße mit zunehmendem Alter: Sie werden empfindlicher und anfälliger für Beschwerden. Das kann die Mobilität und das Wohlbefinden älterer Menschen beeinflussen. Ältere Füße brauchen deshalb besondere Aufmerksamkeit und eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Fußpflege. Mit alltagsnahen Informationen und praktischen Tipps möchten wir Sie dabei unterstützen, die Fußgesundheit Ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds so lange wie möglich zu erhalten.

Wie verändern sich unsere Füße im Alter?

Der menschliche Gehprozess ist aufwendig und involviert etliche Knochen, Gelenke und Muskeln. Im Laufe der Jahre verändert sich die komplexe Struktur unserer Füße allerdings durch Belastungen, das lebenslange Tragen von Schuhwerk und natürliche Alterungsprozesse.

  • Schwindende Muskelmasse: Im Alter reduziert sich die Muskelmasse des Körpers. Dabei bilden auch die Füße keine Ausnahme. Älteren Menschen fällt es daher oft schwerer, lange zu stehen oder das Gleichgewicht zu halten.
  • Veränderung der Bänder: Bänder und Sehnen verlieren an Elastizität, sie werden steifer und weniger belastbar. Die Beweglichkeit sinkt, die Verletzungsgefahr und das Sturzrisiko steigen.
  • Abnutzung der Gelenke: Durch Abnutzungserscheinungen schmerzen Gelenke schneller. Das Gehen und insbesondere das Treppensteigen wird dadurch oft mühsamer, die Gangunsicherheit erhöht sich.
  • Breitere Füße: Durch die verminderte Kraft der Fußmuskeln senkt sich das Fußgewölbe ab – der Fuß wird dadurch breiter und verändert seine Form. In der Folge treten häufiger Fehlstellungen wie der Spreizfuß, Senkfuß, Plattfuß oder Hohlfuß auf. Sie können nicht nur das Gehen erschweren, sondern auch Schmerzen verursachen. Herkömmliches Schuhwerk ist oft zu eng und unbequem. Gleichzeitig steigt das Risiko für strukturelle Fehlstellungen wie ein Hallux valgus oder den sogenannten Hammerzeh.
  • Veränderung der Nägel: Die Fußnägel wachsen langsamer, sie werden dicker und härter und sind zudem meist spröder. Zudem entstehen bei älteren Menschen häufiger Verfärbungen an den Nägeln.
  • Schwächere Durchblutung: Mit fortschreitendem Alter wird die Durchblutung in den Beinen und Füßen schwächer, da sich die Blutgefäße verengen und das Herz weniger kraftvoll schlägt. Ältere Menschen haben daher oft kalte Füße. Kleinere Verletzungen heilen zudem langsamer, während die Anfälligkeit für Infektionen steigt.

Welche Fußerkrankungen sind im Alter besonders häufig?

Neben den dargestellten altersbedingten Veränderungen der Füße gibt es auch einige spezifische Erkrankungen, von denen die Füße älterer Menschen besonders häufig betroffen sind.

  • Rissige und trockene Haut: Da die Haut im Alter Feuchtigkeit schlechter halten kann und der Fettgehalt im Hautgewebe sinkt, wird die Haut älterer Menschen leichter rissig. Dies zeigt sich im Fußbereich besonders häufig an den Fersen. Rissige Hautstellen sind nicht nur schmerzhaft, sie können auch das Infektionsrisiko erhöhen.
  • Fußpilz: Rissige Haut an den Füßen älterer Menschen bietet Pilzen ideale Eintrittspforten. Wird die Haut zusätzlich feucht – etwa durch Schwitzen, schlecht belüftetes Schuhwerk oder unzureichendes Abtrocknen zwischen den Zehen – entsteht ein optimales Milieu für Pilzbefall. Erste Anzeichen sind Juckreiz, Rötungen und schuppige Haut. Bleibt der Fußpilz unbehandelt, kann er sich ausbreiten und zu schmerzhaften Infektionen führen.
  • Nagelpilz: Der Nagelpilz (Onychomkose) ist auch unter jüngeren Menschen weit verbreitet (ca. 4- 12% der Bevölkerung gelten als betroffen). Das Risiko eines Befalls steigt allerdings mit zunehmendem Alter. Der Nagelpilz entsteht auf ähnliche Weise wie der Fußpilz und zeigt sich durch gelblich verfärbte, brüchige und verdickte Zehnägel. Der Nagelpilz kann zudem Schmerzen beim Gehen verursachen.
  • Hühneraugen: Mit zunehmendem Alter nimmt das Fettpolster an den Füßen ab – insbesondere an der Sohle. Dadurch steigt das Risiko für Hühneraugen (medizinisch: Clavus). Sie entstehen durch anhaltenden Druck oder Reibung und führen zu punktuellen schmerzhaften Verhornungen. Diese können das Gehen erschweren und das Tragen enger Schuhe sehr unangenehm werden lassen.
  • Eingewachsene Zehennägel: Falsch geschnittene Nägel oder unpassendes Schuhwerk können dazu führen, dass ein Zehennagel in die umliegende Haut einwächst und dort zu Entzündungen, starken Schmerzen und im Extremfall zu Infektionen führt. Da die Fußnägel im Alter oft härter und dicker werden, fällt vielen Menschen das ohnehin als mühsam empfundene Nägelschneiden besonders schwer. Das Risiko für eingewachsenen Zehennägel steigt dadurch zusätzlich.
  • Diabetisches Fußsyndrom: Als eine typische Alterserkrankung steigert Diabetes das Risiko für Fußleiden. So führt Diabetes zu einer schlechteren Durchblutung sowie zu Nervenschädigungen, die die Wundheilung stören und starke Schmerzen verursachen können. Die Füße gelten dabei als besonders gefährdet. In seltenen Fällen kann die diabetesbedingte Mangeldurchblutung auch Amputationen erforderlich machen.

Warum ist eine gute Fußpflege im Alter besonders wertvoll und wichtig?

Die dargestellten Veränderungen und Erkrankungen zeigen, welch großen Belastungen und Risiken die Füße älterer Menschen ausgesetzt sind. Eine gute Fußpflege im Alter kann verschiedenen Risikofaktoren jedoch abmildern und Linderung bei beanspruchten oder schmerzhaften Füßen verschaffen.

  • Verbesserung der Mobilität: Schmerzenden Füßen rauben die Freude an Bewegung. Fußschmerzen können daher dazu führen, dass sich ältere Menschen weniger bewegen und ihre Beweglichkeit und Fitness, aber auch ihre Selbstständigkeit nachlässt. Eine gute Fußpflege im Alter kann dieser Gefahr entgegenwirken und so die Mobilität der Betroffenen erhalten.
  • Sicherung der Lebensqualität: Gesunde Füße sind eine wichtige Grundlage, damit sich ältere Menschen im Alltag wohlfühlen können. Schmerzfreie, bewegliche Füße sind deshalb auch eine wichtige Voraussetzung für das seelische Wohlbefinden und die Lust an sozialen Aktivitäten.
  • Stärkung der Körperhaltung: Fußprobleme können zu Haltungsveränderungen und Fehlstellungen führen, die Rücken und Gelenke belasten und damit zur Ursache für weitere schmerzhafte Bewegungseinschränkungen werden. Eine gute Fußpflege hilft, diesem Prozess vorzubeugen und die Stabilität des Körpers zu stärken.
  • Förderung der Sturzprophylaxe: Füße mit schmerzhaften Druckstellen und falsch geschnittenen Nägeln können das Gangbild verändern und so das Gleichgewicht und die Laufsicherheit beeinträchtigen. Dadurch steigt besonders bei älteren Menschen mit ohnehin eingeschränkter Mobilität das Stolper- und Sturzrisiko. Eine gute Fußpflege leistet deshalb einen wichtigen Beitrag zur Sturzprophylaxe im Alter.
  • Früherkennung von Krankheiten: Die Füße eines Menschen verraten mehr über den gesundheitlichen Allgemeinzustand, als man das vielleicht zunächst vermuten würde. So können Veränderungen der Füße wie schlecht heilende Druckstellen, dunkel verfärbte Zehen oder rissige Hautstellen wichtige Hinweise auf ernstzunehmende Krankheiten wie Diabetes, Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen geben. Entsprechende Indizien sollten daher unbedingt ernstgenommen und ärztlich abgeklärt werden.
  • Schutz vor Infektionen: Die trockene und dünne Haut älterer Menschen bietet Keimen, Bakterien und Pilzen ein leichtes Spiel. Eine regelmäßige Pflege der Füße und Zehennägel leistet deshalb einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz und zu einer guten Körperhygiene im Alter .

Wie können Pflegende die Fußgesundheit älterer Menschen erhalten und fördern?

Mit gezielten Maßnahmen im Pflegealltag lassen sich typische Fußproblemen im Alter vermeiden. Pflegepersonen können deshalb einen wichtigen Beitrag leisten, um die Fußgesundheit von Pflegebedürftigen zu erhalten und nachhaltig zu fördern.

  • Füße gründlich beobachten: Auftretende Rötungen oder plötzliche Veränderungen der Zehennägel können Vorboten für ernsthafte Fußerkrankungen sein. Nehmen Sie sich daher – zum Beispiel im Rahmen der täglichen Körperpflege – regelmäßig einen Moment Zeit nehmen, um die Füße Ihres Familienmitgliedes genauer in Augenschein zu nehmen.
    Tipp: Eine kurze Notiz im Pflegeprotokoll oder ein Foto können helfen, Veränderungen leichter nachzuvollziehen und medizinisches Fachpersonal im Bedarfsfall gezielter zu informieren.
  • Selbstständigkeit fördern: Pflegebedürftige Menschen sollten ihre Fußpflege so lange wie möglich eigenständig übernehmen. Machen Sie Ihrem Familienmitglied daher Mut zur Fußhygiene und bieten Sie bei Bedarf Hilfsmittel an wie beispielsweise einen verlängerten Fußschwamm.
  • Unterstützung anbieten: Vielen älteren Menschen fallen das Erreichen der Füße und die feinmotorischen Bewegungen zur Fußpflege schwer (z. B. zur Pflege der Zehenzwischenräume oder für das Schneiden der Fußnägel). Bieten Sie Ihrem Familienmitglied deshalb rechtzeitig Unterstützung an – entweder durch Sie selbst oder eine professionelle Fußpflege.
  • Fußbäder vorbereiten: Ein warmes Fußbad mit beruhigenden oder pflegenden Zusätzen wie Kamille, Lavendel oder Teebaumöl ist nicht nur entspannend, es kann auch typischen Fußproblemen im Alter vorbeugen wie rissiger Haut, Hornhautbildung oder Nagelveränderungen. Durch die Förderung der Durchblutung werden die Füße zudem besser mit Nährstoffen versorgt. Ein weiterer positiver Effekt: Das Bad erleichtert Pflegeaufgaben wie das Kürzen der Nägel oder das Entfernen von Hornhaut.
  • Feuchtigkeitscremes nutzen: Die regelmäßige Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes kann die Durchblutung fördern, die Haut vor Austrocknung bewahren und Hornhaut reduzieren. Besonders geeignet sind Cremes mit Urea, das die Feuchtigkeit in der Haut einschließt, oder Allantoin, das die Hautregeneration fördert.
  • Nagelpflege mit Pflegeölen: Brüchige Nägel können von speziellen Fußpflegeölen oder -cremes profitieren. Sie stärken die Nagelplatte, halten die Nagelhaut geschmeidig und beugen dem Abbrechen, Einreißen oder Splittern der Zehennägel vor. Ein positiver Nebeneffekt: Sie verbessern das Erscheinungsbild der Füße.
  • Sanftes Peeling anbieten: Ein mildes Peeling entfernt abgestorbene Hautschuppen und Hornhaut und lässt die Haut so wieder weich und glatt werden lassen. Verwenden Sie aber unbedingt ein Peeling mit feinen Körnchen, tragen Sie dieses sanft auf und arbeiten Sie mit wenig Druck. Bei akuten Fußverletzungen ist ein Peeling nicht empfehlenswert.
  • Füße massieren: Ein Fußmassage (oder auch eine Fußreflexzonenmassage) ist nicht nur eine angenehme Wohltat, sie kann auch Schmerzen und Verspannungen lösen, Muskeln und Nervenbahnen stimulieren und die Durchblutung fördern.
    TIPP: Ein Gutschein für eine häusliche Fußmassage ist eine schöne und wirkungsvolle Geschenkidee für viele ältere Menschen.
  • Passende Schuhe anschaffen: Um Druckstellen zu vermeiden, sollte Ihr pflegebedürftiges Familienmitglied breite Schuhe tragen, die die Zehen nicht einengen und keinen unangenehmen Druck ausüben.  Zudem sollten die Schuhe möglichst atmungsaktiv sein, um schwitzige Füße zu vermeiden. Ebenso sollten Sie auf eine rutschfeste Sohle sowie eine stabile Fersenführung achten. Suchen Sie bei Bedarf die Beratung in einem Sanitätshaus oder einem gut sortierten Schuhfachgeschäft.
  • Hochwertige Strümpfe wählen: Bei der Wahl der Strümpfe sollten Sie auf atmungsaktive, reizfreie Materialien setzen. Besonders geeignet sind nahtlose Strümpfe, da so keine Druckstellen auftreten, für die älteren Menschen oft besonders anfällig sind.
  • Vorbeugen von Druckgeschwüren: Druckstellen an den Füßen können sich bei bettlägerigen oder in ihrer Bewegung eingeschränkten Personen rasch zu schmerzhaften Geschwüren oder Infektionen entwickeln. Weiche Lagerung, passendes Schuhwerk und druckentlastende Einlagen oder Kissen helfen, einem schmerzhaften Dekubitus vorzubeugen.
  • Nägel richtig schneiden: Gepflegte und sachkundig gekürzte Zehnägel können Nagelbruch und eingewachsene Nägel vermeiden. Schneiden Sie die Nägel Ihres Familienmitgliedes mit einer Nagelschere oder einem Nagelknipser. Achten Sie allerdings darauf, den Nagel nicht zu stark zu kürzen und einen Hautrand von etwa 0,5 bis 1m zu erhalten. Entfernen Sie scharfe Kanten an den Nägeln nach dem Kürzen mit einer Nagelpfeile, so dass sich insbesondere bettlägerige Personen nicht mit den eigenen Zehennägeln kratzen und verletzen können.

Professionelle Fußpflege – ein Muss bei chronischen Fußleiden oder akuten Verletzungen

Die Fußpflege im Alter kann in der Regel gut von Angehörigen übernommen werden. Bestehen allerdings gesundheitliche Risiken wie etwa bei chronischen Erkrankungen (z. B bei Diabetes) oder akuten Verletzungen am Fuß, sollte die Fußpflege geschultem Personal überlassen werden. Die Kosten werden auf Antrag und nach ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse übernommen.