Haupt­verwaltung
St.-Sebastianus-Str. 5 • 51147 Köln
Tel: 0221 / 47 44 48 12

Öffnungszeiten:
Mo - Fr 9.00 - 17.00 Uhr
12.00 - 13.00 Uhr Pause

Notfallnummer: 0176 615 384 55

Mo - Fr: 17.00 - 20.00 Uhr
Wochenende 09.00 - 20.00 Uhr

Ratgeber

Nachhaltige Pflege zu Hause: 11 Tipps zum umweltbewussten Handeln im Pflegealltag

Nachhaltigkeit ist das große Thema unserer Zeit. Denn ein sinnvoller und umsichtiger Umgang mit den Ressourcen unserer Erde ist unerlässlich für unsere Zukunft. Auch für viele pflegende Angehörige spielen Aspekte der Nachhaltigkeit eine große Rolle. Zugleich scheinen sich im Pflegealltag viele andere Fragen in den Vordergrund zu drängen, so dass Gedanken zum nachhaltigen Handeln wie eine zusätzliche Belastung wirken können. Genau das kann und soll nachhaltige Pflege allerdings nicht sein. Im Gegenteil: Viele kleine und praktische Maßnahmen lassen sich gut in den Pflegealltag integrieren und können langfristig sogar Entlastung bieten, wie 11 Anregungen für einen nachhaltigeren Pflegealltag zeigen.

Nachhaltigkeit ist das große Thema unserer Zeit. Denn ein sinnvoller und umsichtiger Umgang mit den Ressourcen unserer Erde ist unerlässlich für unsere Zukunft. Auch für viele pflegende Angehörige spielen Aspekte der Nachhaltigkeit eine große Rolle. Zugleich scheinen sich im Pflegealltag viele andere Fragen in den Vordergrund zu drängen, so dass Gedanken zum nachhaltigen Handeln wie eine zusätzliche Belastung wirken können. Genau das kann und soll nachhaltige Pflege allerdings nicht sein. Im Gegenteil: Viele kleine und praktische Maßnahmen lassen sich gut in den Pflegealltag integrieren und können langfristig sogar Entlastung bieten, wie 11 Anregungen für einen nachhaltigeren Pflegealltag zeigen.

Stolpersteine für eine nachhaltige Pflege im Alltag

Wer rund um die Uhr für einen anderen Menschen sorgt, hat nur wenig Ressourcen, um die eigenen Abläufe zu ändern. Zur allgemeinen Belastung kommen weitere Hindernisse, die zum Hemmschuh für eine nachhaltigere Pflege werden können:

  • Zeitmangel: Pflege, Haushalt, Papierkram – der Alltag von Pflegepersonen ist eng getaktet und lässt neben vielfältigen Pflichten kaum Raum für die Etablierung neuer Routinen. Maßnahmen der Nachhaltigkeit müssen sich deshalb organisch in den Alltag integrieren lassen.
  • Sorge vor Kosten: Nachhaltigere Produkte oder energieeffizientere Geräte können teurer in der Anschaffung sein. Das kann abschrecken. Allerdings können umweltbewusste Produkte aufgrund ihrer Langlebigkeit langfristig oftmals sogar eine Ersparnis bieten.
  • Fehlende bedarfsgerechte Informationen: Viele pflegende Angehörige erhalten nur wenige Informationen und Tipps, wie sich Ressourcen einfach und effektiv im Pflegealltag einsparen lassen. Dadurch bleibt viel positives Engagement ungenutzt.
  • „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“: Feste Abläufe geben Sicherheit – sowohl für Pflegepersonen als auch für Pflegebedürftige. Veränderungen können dagegen zusätzlichen Stress auslösen, den viele Menschen lieber vermeiden.
  • Fehlende finanzielle Unterstützung: Pflegekassen fördern zwar verschiedene Hilfsmittel, meist aber nicht die Mehrkosten, die die Anschaffung langlebiger ökologischer Alternativen mit sich bringt. In einigen Fällen bleibt daher nur der Griff zum weniger nachhaltigen „Standardprodukt“.
  • Geringe Sichtbarkeit des Themas: In vielen Broschüren und Ratgebern für pflegende Angehörige wird das Thema Nachhaltigkeit nur vereinzelt als Randerscheinung mitgedacht, obwohl sich viele Ideen selbstverständlich in den Pflegealltag integrieren lassen. Das erschwert Veränderungen zusätzlich.

Vorsicht mit gut gemeinten Ratschlägen und Nachhaltigkeitstipps

Immer wieder bieten Nachhaltigkeitsdebatten in Familien echtes Konfliktpotenzial. Da erwarten Enkel von der Oma einen nachhaltigeren Lebens- und Pflegestil oder schwärmen von einem besonders umweltfreundlichen Pflegeprodukt, das von der Pflegeperson allerdings abgelehnt wird. Da gibt die Schwägerin einen gut gemeinten Tipp für eine energiesparende Alltagsroutine und übersieht dabei die vielfältigen Belastungen, denen sich die Pflegeperson ohnehin schon stellen muss.

Wer ein Familienmitglied zuhause pflegt, erreicht immer wieder persönlichen Grenzen – zeitlich, körperlich und auch seelisch. Kommen zum immensen Mental Load von Pflegepersonen dann auch noch Erwartungen von außen, löst dies zusätzlichen Druck aus.

Nachhaltigkeitstipps können daher oft noch so gut gemeint sein, sie nützen nichts, wenn sie von der Pflegeperson als unpassende Einmischung erlebt werden. Wer pflegende Angehörige bei der Entwicklung nachhaltigerer Routinen unterstützen will, sollte sich daher aktiv einbringen, Schritt für Schritt kleine und gangbare Lösungen aufzeigen und Verständnis für Vorbehalte aufbringen. Mit schnellen Ratschlägen ist dagegen niemandem geholfen.

Welche Vorteile bietet eine nachhaltigere Pflege?

Nachhaltiges Handeln muss keine zusätzliche Mühe bedeuten. Im Gegenteil: Nachhaltigkeit in der Pflege kann viele Vorteile und sogar Annehmlichkeiten bieten:

  • Wer in wertige Produkte mit einer hohen Langlebigkeit investiert, muss zwar gelegentlich höhere Anschaffungskosten akzeptieren, kauft daher aber nicht mehrfach – und kann so langfristig Kosten einsparen.
  • Für weitere Einsparungen sorgen energieeffiziente Geräte mit einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch.
  • Intelligente Geräte können– nach einer Eingewöhnungszeit – mehr Wohnkomfort bieten.
  • (Mehrweg-)Produkte können Müll vermeiden und Verpackungswust reduzieren.
  • Viele nachhaltige Produkt sind hochwertiger und natürlicher als konventionelle Erzeugnisse. Sie sind daher oft gut verträglich und angenehm für die pflegebedürftige Person.
  • Eine nachhaltige Pflege kann Pflegebedürftigen und Pflegepersonen das gute Gefühl geben, das Wohl unseres Planetenaktiv mitzugestalten und so einen Beitrag zur Erhaltung eines lebenswerten Planeten für Kinder, Enkel und Urenkel zu leisten

Alle reden davon, aber was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit?

Nachhaltiges Handeln bedeutet, den persönlichen Alltag so zu gestalten, dass das eigene Tun Rücksicht auf die Menschen (und letztlich allen Lebewesen) nimmt, die aktuell, aber auch zukünftig auf unserer Erde leben. Nachhaltigkeit bedeutet deshalb mehr als Ressourcenschutz. Sie lässt sich in drei zentrale Handlungsfelder unterteilen:

  • Ökologisch: Ziel ist der Schutz von Umwelt und Gesundheit, beispielsweise durch Müllvermeidung, einen bewussten Energieverbrauch oder den Einsatz schadstoffarmer Produkte. Belastungen für Mensch und Natur werden so reduziert.
  • Ökonomisch: Verfügbare (finanzielle) Mittel werden so eingesetzt, dass Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis zueinanderstehen, z. B. durch sinnvolle, langlebige Investitionen und faire Kapitalanlagen.
  • Sozial: Angestrebt wird ein verantwortungsvolles und gerechtes Miteinander – lokal wie global – durch den Einsatz für faire Produktionsbedingungen, soziale Sicherheit, einen möglichst breiten Zugang zu Bildung, eine stabile Gesundheitsversorgung und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben.

11 Nachhaltige Maßnahmen für den Pflegealltag

Im häuslichen Pflegealltag können kleine, bewusste Entscheidungen und Veränderungen einen großen Unterschied machen – für das eigene Wohlbefinden, unsere Umwelt und die knappen Ressourcen unserer Erde.

1. Umweltfreundliche Reinigungsmittel: Um eine gute Hygiene zu gewährleisten, kommen Reinigungsmittel im Pflegealltag sehr häufig – oftmals auch täglich – zum Einsatz. Die Suche nach umweltfreundlichen Alternativen ist daher besonders lohnenswert. Viele herkömmliche Produkte enthalten Stoffe wie Chlor, Phosphate oder Tenside auf Erdölbasis, die nur schwer abbaubar sind und daher das Abwasser belasten. Empfehlenswert ist der Griff zu zertifizierten, ökologischen Produkten mit Siegeln wie dem Blauen Engel oder dem EU-Ecolabel. Auch bewährte Hausmittel wie Essig, Natron oder Zitronensäure, helfen, die Umwelt weniger zu belasten.

2. Nachhaltige Pflegeprodukte: Viele Pflegeöle, Cremes oder Shampoos sind auch in umweltfreundlichen Varianten erhältlich – etwa mit Naturkosmetik-Siegeln , in Nachfüllpackungen oder plastikfrei verpackt. Diese Produkte sind oft hautschonender, belasten das Abwasser deutlich weniger und enthalten keine problematischen Stoffe wie Silikone, schwer abbaubare Polyethylenglykole (PEG) oder Mikroplastik.

3. Fachgerechte Medikamentenentsorgung: Medikamentenreste sollten niemals über die Kanalisation entsorgt werden, da ihre Wirkstoffe – trotz der Aufbereitung in der Kläranlage – ins Ökosystem gelangen können. Die meisten Medikamente können unkompliziert über den Restmüll entsorgt werden. Auch viele Apotheken nehmen Medikamente zurück. Zwei Arten von Medikamenten dürfen jedoch nicht über den Hausmüll entsorgt werden: Sprays mit einem Druckgasbehälter (z. B. Asthmasprays) und Krebsmedikamente (sogenannte Zytostatika). Sie gehören gesondert entsorgt entsprechend der Informationen auf dem Beipackzettel.

4. Weniger Plastik: In der Pflege fällt erfahrungsgemäß viel Verpackungsmüll an, zum Beispiel durch Umverpackungen oder Einwegprodukte. Viele Hygieneutensilien und Pflegehilfsmittel werden mittlerweile aber auch aus nachhaltigeren Materialien wie Holz, Edelstahl oder biobasierten Kunststoffen hergestellt– wie beispielsweise waschbare Waschlappen, wiederverwendbare Inkontinenzeinlagen, Zahnputzbecher aus Bambus, Nagelbürsten aus Holz oder Edelstahl-Rasierhobel. Auch feste Seifen oder Nachfüllsysteme können helfen, Plastikmüll zu reduzieren. 

5. Reduzierung des Stromverbrauchs durch wenig genutzte Elektrogeräte: Im vielen Haushalten älterer Menschen laufen Elektrogeräte aus eingeübten Routinen, auch wenn sie mitunter nur wenig genutzt werden. Es lohnt sich daher, den tatsächlichen Bedarf an elektronischen Geräten zu überdenken:
- Braucht die pflegebedürftige Person einen eigenen großen Kühlschrank oder ein Gefrierfach?
- Laufen Fernseher oder Radio stundenlang unnötig? Sind sie lange im Standby, ohne dass die Geräte wirklich genutzt werden?
- Können Geräte gemeinsam genutzt werden?

6. Funksteckdosen installieren: Hin und wieder kostet es ältere Menschen schlichtweg zu viel Energie, ein elektronisches Gerät von der Stromversorgung zu trennen, weil Schalter oder Steckdosen nur schwer erreichbar sind. Funksteckdosen, von denen meist gleich mehrere Geräte mit einer Fernbedienung gesteuert werden können, bieten Abhilfe und helfen so beim Stromsparen.

7. Energieeffiziente Geräte einsetzen: Ältere Waschmaschinen, Kühlschränke oder Herde sind häufig ineffizient und echte Stromfresser. Wenn solche Geräte regelmäßig genutzt werden, kann ein Austausch gegen ein sparsames Modell daher nicht nur ökologisch sinnvoll sein, sondern auch langfristig Kosten sparen.

8. Saisonale und regionale Ernährung: Der Kauf von saisonalen Lebensmitteln und regionalen Produkten erspart ressourcenintensive Anbauprozesse (wie z. B. den Lebensmittelanbau in Treibhäusern) und lange Transportwege. Er hilft so, den ökologischen Fußabdruck von Lebensmitteln zu reduzieren und den Ausstoß von CO2 zu senken. Der gemeinsame Besuch eines Wochenmarktes kann in diesem Zusammenhang eine ebenso schöne wie nachhaltige gemeinsame Aktivität sein.

9. Heizenergie reduzieren: In vielen Häusern werden auch weniger genutzte Räume intensiv geheizt. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern verursacht auch vermeidbare Kosten. (Bereits mit einem Grad weniger Raumtemperatur können Heizkosten um bis zu 6% gesenkt werden, wie ein Bericht der Zeitschrift ÖKO-Test zeigt.) Es lohnt sich daher zu überlegen, ob Räume vielleicht auch weniger stark beheizt werden können. Durch gezieltes Stoßlüften (statt dem althergebrachten Kippen von Fenstern) kann weitere Energie eingespart werden. Um die Wärmenutzung besser zu steuern, können programmierbare Thermostate oder Zeitschaltuhren sinnvoll sein, die die Raumtemperatur bei Abwesenheit (z. B. nachts) automatisch auf eine niedrigere Temperatur absenken.

10. Hausautomation nutzen: Mit wenig Aufwand lassen sich appgesteuerte Steckdosen Thermostate oder auch Lichtschalter installieren. Sie sparen nicht nur Energie, sondern ermöglichen es Personen mit stärkeren Einschränkungen (oder deren Pflegepersonen), das Zuhause per App zu steuern (So kann die App beispielsweise anzeigen, in welchen Räumen (noch) Lichter brennen – diese können dann anschließend direkt am Handy oder Tablett ausgeschaltet werden.) Auch eine smarte Steuerung mit Hilfe von Präsenzmeldern ist möglich. Allerdings sollte der Grad der Automation zu den Gewohnheiten der pflegebedürftigen Person passen. Viele Automatisierungssystem laufen aber stabil und unauffällig, während die Bedienung intuitiv und einfach ist.

11. Second-Hand-Angebote prüfen: Gebrauchte Pflegehilfsmittel wie Rollatoren, Pflegebetten oder Duschhocker sind oft noch in einem guten Zustand und deutlich günstiger als Neuware. Der Kauf aus zweiter Hand kann somit finanziell entlasten und gleichzeitig Ressourcen schonen. Inzwischen gibt es neben bekannten Gebrauchtwarenplattformen wie kleinanzeigen.de auch Anbieter, die sich auf Handel mit Second-Hand-Produkten für den Pflegealltag spezialisiert haben – wie etwa Handicap-Bazar.