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Das Impfen im Alter ist ein wichtiges Instrument zur Vorbeugung von schweren Krankheiten. Dennoch gibt es unter Pflegepersonen und Pflegebedürftigen immer wieder Fragen zu notwendigen Impfungen und möglichen Komplikationen. Im Blogbeitrag haben wir die wichtigsten Informationen zum Impfen im Alter zusammengestellt. So möchten wir Unsicherheiten und Ängste nehmen – für einen bestmöglichen Impfschutz auch im hohen Lebensalter.
Im Alter lässt die Funktion des Immunsystems nach – in Fachkreisen wird von einer Immunoseneszenz gesprochen. Dadurch haben ältere Menschen ein höheres Risiko, an Infektionskrankheiten zu erkranken oder sehr schwere Verläufe zu erleiden – wie auch eine Beobachtung der Landesärztekammer Hessen zeigt. Pflegebedürftige gelten als besonders gefährdet, weil sie oft weniger mobil sind, meist unter (mehreren) Vorerkrankungen leiden und ihr Allgemeinzustand geschwächt ist.
Aufgrund der sog. Immunoseneszenz bestehen für ältere Menschen mit einem mangelnden oder fehlenden Impfschutz vielfältige Gesundheitsrisiken, wie etwa schwere Verläufe der Grippe oder COVID 19. Sonst eher mild verlaufende Infektionen können dadurch in schweren Komplikationen enden, wie z. B. in einer Lungenentzündung. Langwierige Krankenhausaufenthalte sind nicht selten die Folge. Gerade bei Menschen mit einem geringen anfänglichen Pflegebedarf kann ein guter Impfschutz daher den Unterschied machen zwischen dem Erhalt der Selbstständigkeit und einer verstärkten Pflegebedürftigkeit. Für Menschen, die bereits stark pflegebedürftig sind, können entsprechende Infektionen durch mangelndem Infoschutz sogar zum frühzeitigen Tod führen, da sie aufgrund des reduzierten Allgemeinzustandes schwere Infektionen schlechter überstehen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut gibt klare Empfehlungen, welche Impfungen für ältere Menschen besonders sinnvoll oder sogar dringend angeraten sind. Unbedingt empfohlen als Standardimpfungen für über 60-Jährige werden:

| Impfung | Anzahl der Dosen für Schutz | Bemerkung |
|---|---|---|
| Grippe | 1 Dosis pro Jahr | Jährlich im Herbst, am besten Oktober bis Mitte November, Schutz nach 10–14 Tagen |
| Pneumokokken | 1 Dosis, Auffrischung nach Bedarf | Einmalige Auffrischung ab 60 Jahren, bei chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem erneute Impfung nach 6 Jahren möglich |
| COVID-19 | 2–3 Dosen für Grundschutz plus jährliche Auffrischung | Auffrischung jedes Jahr im Herbst, am besten zusammen mit der Grippeimpfung |
| Tetanus, Diphtherie, Pertussis | 3 Dosen für Grundschutz, danach 1 Dosis alle 10 Jahre | Wer in der Kindheit vollständig geimpft wurde, braucht nur alle 10 Jahre eine Auffrischung |
| Herpes Zoster | 2 Dosen | Empfohlen ab 60 Jahren, bei Vorerkrankungen ab 50 Jahren, zweite Dosis nach 2 bis 6 Monaten |
Neben den dringend empfohlenen Schutzimpfungen können je nach Situation weitere Immunisierungen sinnvoll sein:
Jeder Mensch hat das Recht, selbst über die Inanspruchnahme von Impfungen zu entscheiden. Pflegebedürftige können daher auch das Impfen im Alter ablehnen, selbst wenn dies medizinisch sinnvoll erscheint. Die Entscheidung sollte grundsätzlich immer respektiert werden. Einige Aspekte können aber helfen, damit Pflegebedürftige die Wichtigkeit der Impfung besser verstehen und so vielleicht doch noch zur Zustimmung motiviert werden können:

Kann eine pflegebedürftige Person – etwa aufgrund einer fortgeschrittenen Demenz – einer Impfung nicht mehr selbst zustimmen, gelten klare rechtliche Regelungen, wer die Einwilligung stellvertretend vornehmen darf. Liegt eine Vorsorgevollmacht vor, kann die bevollmächtigte Person über medizinische Maßnahmen entscheiden – dazu zählen auch Impfungen. Ist ein gesetzlicher Betreuer bestellt, fällt ihm oder ihr diese Entscheidung zu.
Dabei gilt:
Grundsätzlich verhalten sich Impfungen im Alter nicht anders als Schutzimpfungen in jüngeren Jahren. Einige Informationen können für Pflegebedürftige und Pflegepersonen dennoch hilfreich sein:

Impfreaktionen treten in der Regel innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach der Impfung auf und verschwinden meist wieder von selbst. Sie sind kein Zeichen einer Erkrankung , sondern zeigen, dass das Immunsystem arbeitet und der Körper Antikörper bildet.
Impfreaktionen sind kein Phänomen eines bestimmten Lebensalters. Da das Immunsystem älterer Menschen jedoch weniger stark auf Reize reagiert, sind Impfreaktionen im Alter oft milder ausgeprägt als in jüngeren Jahren. Sie können jedoch länger anhalten oder als intensiver empfunden werden.
| Impfung | Typische Impfreaktionen | Hinweise |
|---|---|---|
| Allgemeine Impfreaktionen | Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen | Treten meist innerhalb von 1 bis 2 Tagen auf und klingen nach wenigen Tagen ab. |
| Grippeimpfung (Influenza) | Schmerzen oder Spannungsgefühl im Arm, Müdigkeit, leichtes Fieber, Frösteln,Kopfschmerzen | Reaktionen sind meist mild – werden gelegentlich mit einer „leichten Grippe“ verwechselt. |
| Pneumokokken-Impfung | Rötung und Schwellung am Arm (häufig etwas stärker), Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, selten Magen-Darm-Beschwerden | Reaktionen können mit 1 bis 2 Tagen Verzögerung auftreten. Bei Wiederholungsimpfung teils stärker. |
| COVID-19-Impfung | Arm- oder Muskelschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost | Reaktionen nach 2. oder 3. Dosis teils etwas ausgeprägter. Bei älteren Menschen oft milder. |
| Tetanus, Diphtherie, Pertussis | Schwellung oder Verhärtung am Oberarm, Muskel-/Gelenkschmerzen, leichtes Fieber, Müdigkeit | Kann stärker ausfallen, wenn die letzte Impfung lange zurückliegt. |
| Herpes Zoster (Gürtelrose) | Schmerz und Rötung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Muskel- oder Gliederschmerzen | Selten Fieber, Magen-Darm-Beschwerden,Totimpfstoff – keine virusbedingten Nebenwirkungen. Besonders empfohlen für Personen ab 60 Jahren. |
Auch wenn Impfreaktionen meist von allein verschwinden, können sie während ihres Auftretens für Betroffene dennoch eine Belastung sein. Einige Maßnahmen können helfen, die Beschwerden nach einer Impfung zu lindern:


Nach einer Impfung kann es zu unterschiedlichen körperlichen Reaktionen kommen. Es ist gut, den Unterschied zwischen einer normalen Impfreaktion und ernsthaften Nebenwirkungen zu kennen, um bei Bedarf rechtzeitig ärztliche Unterstützung einzuholen:
Als Pflegeperson übernehmen Sie gewissenhaft Verantwortung für die Gesundheit Ihres Familienmitglieds. Denken Sie jedoch auch an Ihren eigenen Impfschutz. Er dient Ihrer Gesundheit und kann auch Ihr Familienmitglied vor einer Ansteckung bewahren.
Für pflegende Angehörige werden unter Umständen zudem zusätzliche Impfungen empfohlen:

Ob und in welcher Form für Sie als Pflegeperson eine zusätzliche Impfung sinnvoll ist, sollten Sie am besten mit Ihrem*r Hausärzt*in besprechen.